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1,4 Millionen Kinder fliehen vor Boko Haram

18. September 2015

Ein alarmierender und erschütternder Bericht des Kinderhilfswerks UNICEF: Die Terrorsekte Boko Haram verbreitet Angst und Schrecken durch Entführungen und Zwangsrekrutierungen für ihren Kriegszug.

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Straßenszene mit Kindern im nigerianischen Baga (foto: Getty Images)
Bild: Pius Utomi/AFP/Getty Images

Die islamistischen Terroristen der Boko Haram ziehen plündernd und marodierend durch Nigeria, Kamerun, den Tschad und Niger. Insgesamt seien mehr als 1,4 Millionen Kinder in Afrika auf der Flucht vor den Dschihadisten, berichten jetzt die Vereinten Nationen (UN). Wegen der starken Zunahme der Überfälle der Extremisten seien allein in den vergangenen fünf Monaten 500.000 Kinder vertrieben worden, teilte das UN-Kinderhilfswerks UNICEF mit.

Insgesamt sind seit Beginn des Feldzugs der Boko Haram vor sechs Jahren rund 2,1 Millionen Menschen gezwungen worden, ihre Heimatorte zu verlassen. Gut zwei Drittel davon seien Kinder, so der jüngste UNICEF-Bericht, der in Genf und New York vorgelegt wurde. Viele Flüchtlinge weigerten sich zurückzukehren, aus Angst vor neuen Attacken der Terrorsekte.

Allein im Norden Nigerias seien knapp 1,2 Millionen Kinder auf der Flucht, weitere 265.000 in den Nachbarländern.

Die sunnitischen Boko-Haram-Fundamentalisten wollen im Nordosten Nigerias und den angrenzenden Regionen einen sogenannten "Gottesstaat" errichten. Ungeachtet der Gegenangriffe der nigerianischen Armee im Bündnis mit Truppen aus Nachbarstaaten setzen die Dschihadisten ihre Überfälle auf Dörfer, Märkte, Busstationen, Polizei- und Armeeposten fort. Für ihre Terrorkampagne entführen und rekrutieren sie auch Kinder und Jugendliche.

Seit 2009 wurden bei Angriffen und Anschlägen der Boko Haram mindestens 14.000 Menschen getötet.

SC/uh (rtre, dpa)