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Alles beim Alten nach Wahl in Tansania?

2. November 2010

Im ostafrikanischen Tansania sind am Wochenende Präsidentschaftswahlen abgehalten worden. Als Favorit ging Amtsinhaber Jakaya Kikwete ins Rennen. Gegen ihn traten fünf Herausforderer an.

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Oppositionsanhänger haben in der Nähe der Hauptstadt Daressalaam Feuer gelegt (Foto: ap)
Unruhen in der Nähe der Hauptstadt DaressalaamBild: AP

Drei Tage nach den Wahlen in Tansania ist die Lage im Land zunehmend angespannt. Die Wahlkommission gab bis zum Mittwoch (03.11.2010) nur wenige Ergebnisse bekannt, die Präsident Jakaya Kikwete deutlich in Führung sehen. Oppositionsanhänger in der Hafenstadt Daressalaam, in Arusha und in der zweitgrößten Stadt Mwanza im Westen des Landes protestierten gegen die Verzögerungen bei der Auszählung. Reifen und Autos wurden in Brand gesetzt, die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.

Die Wahlen selbst sind offenbar ohne Zwischenfälle verlaufen. Schon am Sonntagmorgen (31.10.2010) sollen sich lange Schlangen vor den Wahllokalen gebildet haben. Nach Angaben der Wahlkommission waren 19 Millionen Tansanier für die Abstimmung registriert.

Starke Opposition?

Jakaya Kikwete winkt im Wahlkampf vom Auto aus Tausenden Anhängern zu (Foto: ap)
Jakaya Kikwete im WahlkampfBild: AP

Präsident Kikwete und seine Regierungspartei CCM lagen in den Umfragen vorn, der Vorsprung war allerdings nicht so deutlich wie früher. Bei der letzten Präsidentenwahl 2005 hatte Kikwete noch 80 Prozent der Stimmen erzielt.

In diesem Jahr werden starke Stimmenzuwächse für die Opposition unter ihrem Kandidaten Willibrod Slaa erwartet. Einige Analysten hatten sogar einen Sieg Slaas gegen den politisch angeschlagenen Präsidenten für möglich gehalten. Dieser sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, dass unter seiner Regierung die Korruption zugenommen habe. Er selbst hatte das allerdings immer wieder zurückgewiesen.

Slaa, der der oppositionellen Chadema-Partei angehört, hatte im Wahlkampf mit einer Reduzierung von Minister- und Abgeordnetengehältern und einem entschiedenen Kampf gegen Korruption geworben. Schulen und Gesundheitsversorgung sollen kostenfrei angeboten werden. Von solchen Wahlversprechen fühlen sich vor allem die zahlreichen Verlierer des Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre angesprochen.

Armes, reiches Land

Vertreter der Wahlkommission macht ein Mittagsschläfchen vor den Wahlurenen (Foto:ap)
Vetreter der Wahlkommisssion "bewacht" WahlurnenBild: AP

Tansania gilt als politisch stabil und verzeichnet seit Jahren hohe Wachstumsraten von mehr als sieben Prozent. Das Land ist der größte Goldproduzent auf dem afrikanischen Kontinent und verfügt über Diamant- und Erdgasvorkommen. Dennoch leben mehr als die Hälfte der Bewohner des ostafrikanischen Landes in absoluter Armut.

Auf der teilautonomen Insel Sansibar setzte sich der Kandidat der Regierungspartei Chama cha Mapinduzi (CCM), Ali Mohammed Shein, mit einem Vorsprung von einem Prozentpunkt gegen den Oppositionskandidaten Seif Scharif Achmed durch. Achmed erkannte den Sieg seines Konkurrenten an und kündigte an, einer geplanten Koalitionsregierung beizutreten. Beide Seiten hatten vor der Wahl einer Beteiligung des Verlierers zugestimmt, um Unruhen wie in der Vergangenheit zu verhindern. Die Wahl in Sansibar verlief erstmals seit Jahrzehnten ohne Ausschreitungen.

Autorin: Klaudia Pape (afpd,ap,epd)