1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Spott und Hohn in neuer Botschaft

26. Dezember 2015

Der Chef der Terrorgruppe IS, Bagdadi, hat sich offenbar wieder zu Wort gemeldet. Er drohte Israel mit Anschlägen und erklärte, die Luftangriffe gegen die Miliz verfehlten ihre Wirkung. Dem IS gehe es gut.

https://p.dw.com/p/1HU65
Der Chef der Terrormiliz IS, Bagdadi, in einem übers Internet verbreiteten Video (Foto: AP)
Bild: picture alliance/AP Photo

Der Milizenführer Abu Bakr al-Bagdadi (Foto) äußerte sich in einer 24-minütigen Audio-Botschaft abschätzig über die Militärschläge gegen den IS. Er erklärte, die Luftangriffe der US-geführten Allianz sowie Russlands hätten den "Islamischen Staat" keineswegs geschwächt, sondern nur weitere Kräfte mobilisiert. Je intensiver der Krieg gegen seine Milizen geführt werde, desto widerstandsfähiger werde der IS, betonte Bagdadi.

Ob es sich tatsächlich um Worte des IS-Führers handelt, ist bisher von unabhängiger Seite nicht bestätigt worden. Unterstützer der Terrorgruppe verbreiteten die Aufnahme im Internet. Al-Bagdadi meldet sich nur selten öffentlich zu Wort. Zuletzt tat er dies im Mai.

Anders als von Bagdadi dargestellt, hat der IS laut Experten in diesem Jahr aber große Gebietsverluste hinnehmen müssen. Der Herrschaftsbereich sei um etwa 14 Prozent geschrumpft, berichtete der militärische Branchendienst "IHS Jane's Conflict Monitor" vor wenigen Tagen. Im Norden Syriens eroberten kurdische Einheiten entlang der Grenze zur Türkei Gebiete zurück. Auch die irakische Armee konnte den IS mit internationaler Luftunterstützung zurückdrängen.

Muslime zum Dschihad aufgerufen

In dem jetzt publik gewordenen Audio rief Bagdadi die Muslime in der ganzen Welt auf, sich am Dschihad zu beteiligen, um so den "Krieg der Ungläubigen" gegen den Islam zu stoppen. Erneut drohte der IS-Chef auch Europa und den USA. Zudem sprach er Warnungen gegen Russland aus. All diese Staaten müssten sich darauf gefasst machen, einen hohen Preis für ihre Angriffe gegen den IS zu bezahlen, sagte Bagdadi.

Mit Spott reagierte er auf die Ankündigung Saudi-Arabiens, ein islamisches Militärbündnis gegen den Terror aufzustellen. Diese Koalition sei nicht islamisch, sonst hätte sie den Bürgern Syriens den Sieg und Unterstützung gebracht. Der Terroristenführer bezeichnete die Mitglieder des saudischen Königshauses als "abtrünnige Tyrannen" und forderte die Bevölkerung auf, sich gegen diese zu erheben.

Wüste Drohungen gegen Israel

Bagdadi drohte auch mit Anschlägen in Israel. Die IS-Truppen kämen jeden Tag näher. Bald könne Israel die Schritte der "Mudschaheddin" ("heiligen Krieger") hören. "Wir haben Palästina keine Sekunde lang vergessen." Die Israelis müssten hinter jedem Baum oder Stein mit Kämpfern des IS rechnen, versuchte Bagdadi Angst zu schüren. Palästina werde Israels Friedhof sein.

Bagdadi hatte im Sommer 2014 in den vom IS eroberten Gebieten im Irak und in Syrien ein islamisches "Kalifat" ausgerufen und sich selbst zum "Kalifen" des IS ernannt.

kis/hf (rtre, afpe, dpa)