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Ban: Ebola bis Mitte nächsten Jahres stoppen

22. November 2014

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sieht kleine Erfolge im Kampf gegen Ebola. Sorge bereitet aber die Situation in Mali, wo mehrere Ebola-Fälle registriert worden sind.

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Ban Ki Moon (Foto: Andrew Burton/Getty Images)
Bild: Andrew Burton/Getty Images

Die internationale Hilfe im Kampf gegen Ebola zeigt nach Einschätzung von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erste Erfolge. In einigen Regionen in Westafrika steige die Zahl der Neuinfektionen nicht mehr so schnell an, sagte Ban nach einem Spitzentreffen mit Vertretern der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Weltbank. Die bessere Zusammenarbeit von Regierungen, mehr Sicherheit bei der Bestattung von Toten und die internationale Hilfe brächten im Kampf gegen Ebola Fortschritte, so Ban.

"Wenn wir unsere Anstrengungen weiter forcieren, dann können wir den Ausbruch eingrenzen und bis Mitte nächsten Jahres stoppen", sagte der UN-Generalsekretär. "Ich rufe die internationale Gemeinschaft auf, engagiert zu bleiben." Insbesondere in abgelegenen Gebieten seien mehr Helfer nötig.

Sorge um Mali

Die jüngste Ausbreitung der Infektionen in Mali bereitet den Behörden große Sorgen - hier starben fünf Menschen, die offenbar alle Kontakt zu einem Imam hatten, der aus dem benachbarten Guinea gekommen war und in Malis Hauptstadt Bamako starb. Bei der Einreise hatten die Gesundheitsbehörden offenbar seine Infektion nicht gleich erkannt. UN-Generalsekretär Ban entsandte WHO-Direktorin Margaret Chan nach Mali. Sie kündigte an, dass etwa 500 Menschen unter Beobachtung stünden. "Wir müssen wirklich schnell und effektiv gegen die Ausbreitung vorgehen", sagte Chan. Sie warnte vor Nachlässigkeiten in der Region. Bislang war Mali vom Ebola-Virus weitgehend verschont geblieben.

Der Präsident der Weltbank, Jim Yong Kim, sagte nach den jüngsten Infektionen in Mali, die Ebola-Epidemie sei noch längst nicht überwunden. Die sei erst der Fall, "wenn es keinen einzigen Infektionsfall mehr gibt. Ebola ist keine Krankheit, wo man noch ein paar Fälle übrig hat und sagt, jetzt haben wir genug getan." Seit Ausbruch des Ebola-Virus Anfang des Jahres sind nach Angaben der WHO mehr als 5000 Menschen gestorben, die meisten in Liberia, Sierra Leone und Guinea. Mehr als 9200 haben sich mit dem Virus infiziert.

Aufklärung über das Radio

Die Deutsche Welle startete in dieser Woche ein Ebola-Aufklärungsprogramm in Afrika. Inhalt der achtteiligen Serie sind sowohl Fragen zu Ebola als auch Mythen und Ängste rund um das tödliche Virus. Das Programm wird zunächst auf Englisch ausgestrahlt, später aber auch in Französisch, Kisuaheli, Haussa und Portugiesisch.

Die Weltbank schätzt die wirtschaftlichen Auswirkungen wegen des Ausbruchs der Ebola-Epidemie auf etwa 32 Milliarden Dollar. Auf dem G20-Gipfel in der vergangenen Woche hatte die Weltbank vorgeschlagen, einen Fond einzurichten, um die betroffenen Länder zu entlasten, sie erhielt aber von den G20-Staaten keine definitiven Zusagen. Die EU-Kommission und die EU-Mitgliedsländer haben bislang Hilfen in Höhe von 1,1 Miliarden Euro bereitgestellt.

fab/qu (apf,ape,dpa,rtr)