Trauer um Helmut Kohl

Berlin und Pfälzer Heimat vereint in Trauer um Helmut Kohl

Berlin und Ludwigshafen-Oggersheim sind in diesen Tagen die beiden Zentren des Abschieds vom Altkanzler. Schon bald werden Straßburg und Speyer hinzukommen, um vor allem den großen Europäer Helmut Kohl zu ehren.

Deutschland Trauer um Altkanzler Helmut Kohl - Merkel Kondolenzbuch (picture-alliance/dpa/M. Gambarini)

Im Gedenken an Kohl können sich Bürger seit dem Mittag im Kanzleramt in Berlin in ein Kondolenzbuch eintragen. Bis einschließlich kommenden Freitag ist dies jeweils zwischen 09.00 Uhr und 18.00 Uhr möglich. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel trug sich inzwischen in das Buch ein."Mit Helmut Kohl verlieren wir einen großen Deutschen und großen Europäer", heißt es in Merkels Zeilen. Er habe sich um die Wiedererlangung der Einheit Deutschlands und die Europäische Einigung wie kaum ein anderer verdient gemacht. Merkel fügte hinzu: "Wir Deutschen verdanken ihm viel. Ich verneige mich vor seinem Angedenken." 

Auch im Roten Rathaus in Berlin liegt von Montag bis einschließlich Freitag ein Kondolenzbuch aus. Der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland (SPD), und - in seiner Funktion als Bürgermeister - Kultursenator Klaus Lederer (Linke) werden sich Montagmorgen dort eintragen. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) befindet sich noch auf einer Dienstreise. Das Rote Rathaus steht für Besucher jeweils bis 18 Uhr offen. 

Maike Kohl-Richter und der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Salomon Korn, vor dem Wohnhaus in Ludwigshafen-Oggersheim (Foto: picture-alliance/dpa/S. Puchner)

Maike Kohl-Richter und der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Salomon Korn, vor dem Wohnhaus in Oggersheim

Auch das Wohnhaus Kohls in Ludwigshafen-Oggersheim bleibt weiter ein Ort der Trauer um den verstorbenen Altkanzler. Immer wieder kommen Menschen vorbei, legen Blumen ab und verharren in Stille. Auch ein Bestatter kam in das Haus, wo der Leichnam Kohls im Wohnzimmer aufgebahrt liegt.

Bis zu 200 Mitglieder der Jungen Union in Oggersheim

Unter den Besuchern im Trauerhaus war auch der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn. Anschließend trat Korn in Begleitung der Witwe Maike Kohl-Richter und des früheren "Bild"-Chefredakteurs Kai Diekmann vor das Haus, um still die dort abgelegten Blumengebinde zu betrachten.

Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Eva Lohse mit einem letzten Blumengruß für den großen Sohn der Stadt (Foto: picture-alliance/dpa/T. Frey)

Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Eva Lohse mit einem letzten Blumengruß für den großen Sohn der Stadt

Am Samstagabend hatten sich etwa 150 bis 200 Mitglieder der Jungen Union vor dem Wohnhaus des Altkanzlers versammelt. Die aus ganz Deutschland angereisten Vertreter der CDU-Nachwuchsorganisation legten Blumen, Kränze und Kerzen vor dem Bungalow nieder. Auch die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Eva Lohse und der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann kamen zu Kondolenzbesuchen.

Staatsakt im Europaparlament, Messe im Dom von Speyer 

Die EU-Kommission steht nach Angaben einer Sprecherin im Kontakt mit Kohls Familie und den deutschen Behörden, um den geplanten europäischen Staatsakt zu organisieren. Ein Datum stehe aber noch nicht fest. Dem Vernehmen nach könnte die Zeremonie innerhalb der nächsten beiden Wochen zum Beispiel im Europaparlament in Straßburg stattfinden.

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Helmut Kohl - Deutscher Patriot und Europäer

Geplant ist der "Bild am Sonntag" zufolge zudem eine öffentliche Totenmesse im Dom zu Speyer. Nach dem europäischen Staatsakt in Straßburg solle Kohls Sarg mit dem Schiff über den Rhein nach Speyer gebracht werden. Nach der Totenmesse werde der engste Familien- und Freundeskreis in der Traukapelle im Adenauerpark Abschied nehmen, berichtete das Blatt.

Wann auch in Deutschland ein Staatsakt zu Ehren des CDU-Politikers stattfindet, war zunächst nicht bekannt. Darüber entscheidet das Bundespräsidialamt. Die Berliner CDU-Vorsitzende Monika Grütters sprach sich im "Tagesspiegel" dafür aus, eine Stiftung im Gedenken an Kohl einzurichten. Grütters kann sich auch vorstellen, dass in Berlin eine Straße oder ein Platz nach dem Ex-Kanzler benannt wird.

sti/haz (afp, dpa, kna)

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