Kultur

BKM-Preis Kulturelle Bildung für Opernprojekt und Gender-Ausstellung

Die Komische Oper zeichnet die türkische Gastarbeiterroute musikalisch nach, das Jugend Museum zeigt sexuelle Vielfalt. Der BKM-Preis Kulturelle Bildung ist politischer als je zuvor, so Kulturstaatsministerin Grütters.

Komische Oper Berlin - Dolmuş on Tour (Robert Recker)

Ausgezeichnet: Dolmuş on Tour - ein Projekt der Komischen Oper Berlin

Der BKM-Preis Kulturelle Bildung wird jedes Jahr von der Staatsministerin für Kultur und Medien verliehen. Ausgezeichnet werden Projekte, die Kunst und Kultur innovativ und nachhaltig vermitteln - vor allem für bislang unterrepräsentierte Zielgruppen.

Musikalische Reise zwischen Deutschland und der Türkei

Seit 2012 trägt die Komische Oper im Rahmen des interkulturellen Projekts "Selam Opera!" Musiktheater in die Kieze von Berlin. Der "Operndolmuş" ist eine Musiktheater-Vorstellung in Kleinbus-Besetzung: zwei Sänger und drei Musiker sowie ein Moderator fahren gezielt in Stadtteile, in denen besonders viele Bürger unterschiedlicher kultureller Herkunft leben.

2016 ging der Operndolmuş auf eine mehr als 3000 km lange Reise entlang jener Strecke, die viele als "Gastarbeiter" in West-Deutschland tätige Arbeitsmigranten seit den 1960er Jahren alljährlich zur Rückkehr in die ursprüngliche Heimat nutzten. Das Programm war zugleich als Kurztrip durch die Geschichte des Musiktheaters konzipiert: von den Anfängen der Oper in der italienischen Renaissance bis hin zum Berliner Jazz-Musical der wilden 1920er Jahre. Das Projekt "Eine Opernreise. Auf den Spuren der Gastarbeiterroute"  erhält einen der mit 20.000 Euro dotierten Preise.

Gender-Ausstellung für Jugendliche

Ausgezeichnet wird auch das Projekt "All Included" des Berliner Jugend Museums, das als fünfjähriges Modellprojekt angelegt ist. Gemeinsam mit sechs Schulen und weiteren Projektpartnern geht es um das Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt und die Vermittlung vielfältiger Lebensweisen. Dabei sollen Jugendliche auch ganz praktische Fragen beantwortet bekommen wie "Was bedeutet gender?", "Warum tragen Mädchen rosa?", "Können homosexuelle Paare richtig heiraten?", "Wie leben Regenbogenfamilien?" oder "Was ist mit queer gemeint?".

Berlin Ausstellung All Included (Jugendmusseum)

Die Ausstellung "All Included" im Berliner Jugend Museum

Zeichen setzen gegen Rassismus und Antisemitismus

Dritter Preisträger ist das Schauspielhaus Dortmund gemeinsam mit dem Künstlerkollektiv "Tools for Action". Sie werden für ihre "Spiegel-Barrikade" ausgezeichnet, eine soziale Plastik, bestehend aus einer Vielzahl von silbern glänzenden, aufblasbaren Würfeln, die von hunderten Händen erbaut wurde - unter anderem im Schauspiel Dortmund und an 14 Dortmunder Schulen, die sich im Programm "Schulen ohne Rassismus" zusammengeschlossen haben. Im Juni 2016 sollte mit dem Projekt ein geplanter Aufmarsch von Rechtsextremisten gestoppt - und damit ein starkes Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gesetzt werden.

Grütters: "Nie politischer als dieses Jahr"

Der Preis wurde in diesem Jahr zum neunten Mal vergeben, die Verleihung fand im Schlosspark Genshagen in Brandenburg statt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) betonte, dass der BKM-Preis Kulturelle Bildung nie politischer gewesen sei als dieses Mal: "Alle zehn nominierten Projekte sind getragen von der Überzeugung, dass kulturelle Vielfalt stärker ist als populistische Einfalt und dass Menschen mehr verbindet als sie trennt", sagte Grütters. Die Projekte, die nicht ausgezeichnet wurden, erhielten jeweils eine Anerkennungsprämie von 5000 Euro. Unter den Nominierten waren die Berliner "Akademie der Künste", der "Brandenburgische Kunstverein Potsdam", das "Jüdische Museum Berlin" sowie das "Wunderkammerschiff", ein mobiles Museumsschiff für Kinder. Außerdem erhielten die Anerkennungsprämie der Theaterverein "Wolter und Kollegen" aus Halle, die Kultur Ruhr GmbH/Ruhrtriennale und Podium Esslingen.

jhi/nf (epd/komische-oper-blog.de/all-included.jugendmuseum.de/theaterdo.de)

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