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Bochumer Senegalesen

18. Juli 2010

Still-Leben – das ist auch ein großes multikulturelles Fest. Für viele Menschen aus anderen Ländern ist es kaum zu glauben, dass die Deutschen eine Autobahn sperren.

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(Foto: Irem Özgökceler)
Bild: DW

Menschen von überall. Das war im Ruhrgebiet schon immer so: Menschen aus 140 Nationen leben hier. Hier, zu Gast beim Stillleben ist auch der Senegal oder besser: Ein Bochumer Verein von Senegalesen. Das Ganze nur 800 Meter entfernt vom Tisch der Deutschen Welle. Ein Katzensprung, den ich, wie alles hier, zu Fuß erreiche.

Vor dem Tisch staut sich eine größere Menschenmenge. Drei Männer trommeln in ihren westafrikanisch traditionellen Kleidern im warmen afrikanischen Rhythmus vor sich her, ein anderer bietet in seinem weißen senegalesischen Kaftan und roter Mütze den neugierigen Blicken Essen an.

Afrikaner mit Fez aund Kaftan (Foto: Irem Özgökceler)
Bild: DW

Heute gibt es "Fataya", also gefüllte Teigtaschen und "Napouh Peulh" Beignets, ein traditionelles Dessert, das mit ein bisschen Puderzucker besonders gut schmeckt.

Ingwer und Hibiscus auf der Autobahn

Beim Ausschank (Foto: Irem Özgökceler)
Bild: DW

Mir wird ein frischer Ingwer- und Hibiscussaft angeboten. Tatsächlich lebt man ein Stück Senegal mitten in der Metropole Ruhr Autobahn A40. Der Verein freut sich, dass heute so viele Besucher da sind, sagt Papa Amadou Sarr. Der Diplom-Informatiker lebt schon seit 20 Jahren in Deutschland und ist ein freiwilliger Mitarbeiter des Vereins. Sie sind heute hier, um ein bisschen senegalesisches Flair mit Musik und kleinen Leckereien aus dem westafrikanischen Land ins Ruhrgebiet mitzubringen. "Es haben wir die Chance, vielen Menschen auf einmal unsere Kultur näher zu bringen", sagt Papa Amadou. Kaum ein Tisch ist so gut besucht wie dieser, es ist aber nicht nur das Exotische, das reizt.

Papa Amadou (Foto: Irem Özgökceler)
Bild: DW

Erdnuss auf der A 40

Mitten auf dem Tisch steht eine große Erdnusspflanze. "Es ist typisch senegalisch und in unserem Land auch sehr verbreitet. Wir haben sie selber gezüchtet", sagt Amadou stolz. Die Bochumer Senegalesen wünschen sich häufiger solche öffentlichen Veranstaltungen, wo sie sich präsentieren können. "Es wäre toll, wenn die Autobahnen häufiger gesperrt wären", sagt Amadou und schmunzelt. Glauben will er daran aber nicht, "dazu lieben die Deutschen doch ihre Autobahnen zu sehr."

Autor: Irem Özgökceler