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Bottas hauchdünn vor Vettel

Der Finne Valtteri Bottas erwischt den besten Start beim Großen Preis von Russland und hält seine Führung bis ins Ziel. Sebastian Vettel kämpft sich wieder heran, kommt aber nicht mehr vorbei.

Formel 1 Russland Sotschi Bottas und Vettel (Reuters/M. Shemetov)

Mercedes-Pilot Valtteri Bottas hat den Grand Prix von Russland gewonnen. Der Finne verwies Sebastian Vettel im Ferrari nach packenden Schlussrunden auf den zweiten Platz. Dritter beim vierten Formel-1-Rennen der Saison wurde Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen. Bottas' Stallrivale Lewis Hamilton verpasste in Sotschi vor den Augen des russischen Präsidenten Wladimir Putin das Podium und musste sich mit Platz vier begnügen. Für Bottas, den Mercedes-Nachfolger des zurückgetretenen Weltmeisters Nico Rosberg, war es der erste Grand-Prix-Sieg seiner Karriere.

Blitzstart von Bottas

Für Mercedes endete der Sonntag in Russland mit einem recht unerwarteten Triumph, noch 24 Stunden zuvor hatte eine schmerzhafte Niederlage gedroht. Überraschend hatte Ferrari am Samstag die Qualifying-Dominanz der Silberpfeile gebrochen und die erste Startreihe komplett belegt, das hatte die Scuderia seit fast neun Jahren nicht geschafft.

Mercedes hatte dabei Probleme mit der Balance, am Sonntag waren die silbernen Autos aber wieder konkurrenzfähig. Auch die Probleme mit überhitzenden Hinterreifen, die in Australien und Bahrain zu Vettels Siegen beigetragen hatten, kamen auf dem glatten Asphalt in Sotschi nicht auf.

Vettel startete vor Räikkönen, doch wie erwartet wurde die Reihenfolge auf den ersten tausend Metern gleich gehörig durcheinandergewirbelt. Vettel kam ordentlich weg, hinter ihm legte Bottas einen Ausnahmestart hin. Rund einen Kilometer rasen die Boliden auf dem Kurs am Schwarzen Meer nach dem Start auf die erste echte Kurve zu, und Bottas nutzte diesen ungewöhnlich langen Anlauf, um von Position drei an Vettel vorbeizuziehen.

Dahinter drohte Räikkönen seine Position an Hamilton zu verlieren, aber beim Anbremsen auf die Kurve verteidigte der Finne den dritten Platz doch noch. Aufgrund eines frühen Unfalls rückte anschließend das Safety Car aus.

Hamilton hinter dem Teamkollegen

Nach Freigabe des Rennens änderte sich zunächst nichts, Bottas hielt Vettel auf Distanz, ohne sich abzusetzen, dahinter lag Räikkönen vor Hamilton - und der englische Vizeweltmeister kämpfte mit seinem Auto, der Silberpfeil drohte zu überhitzen. Der Kommandostand wies Hamilton daher an, den Windschatten des Vordermanns zu meiden, um sein Auto auf der Geraden zu kühlen. "Ich möchte Rennen fahren, warum muss ich jetzt plötzlich mein Auto kühlen?", schimpfte der dreimalige Champion im Funk.

Bottas eröffnete schließlich die Boxenstopp-Phase an der Spitze des Feldes, wenig später kam auch Hamilton zum Reifenwechsel. Zwischenzeitlich führte Vettel also, nach 34 Runden kam der Deutsche dann auch zum Stopp. Doch der zuvor leicht vergrößerte Vorsprung auf Bottas reichte nicht aus, der Finne übernahm mit rund vier Sekunden wieder die Führung.

Formel 1 Russland Sotschi Bottas beim Start (Getty Images/AFP/A. Nemenov)

Bottas (M.) übernimmt kurz nach dem Start die Führung

Alles war damit bereitet für eine spannende Schlussphase, auf frischeren Reifen nahm Vettel die Verfolgung auf - und rund zehn Runden vor Schluss wurde er in Bottas' Rückspiegel größer. Vettel arbeitete sich immer näher heran, fuhr am Ende sogar im DRS-Fenster, doch es reichte nicht mehr. Auch weil er vom überrundeten Williams-Piloten Felipe Massa behindert wurde.

Demütigung für Alonso

Nico Hülkenberg fuhr im Renault auf den achten Platz, enttäuschend verlief das Rennen für Pascal Wehrlein. Er landete im Sauber auf dem 16. Rang - nur 16 Piloten hatten das Ziel erreicht.

Unterdessen erlebte der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso einen neuen Tiefpunkt seiner Karriere, als sein McLaren schon auf der Einführungsrunde den Geist aufgab. Noch vor dem Rennstart verweigerte der Honda-Antrieb mal wieder den Dienst, Alonso musste das Auto stehen lassen, mit dem Helm auf dem Kopf schlenderte er zurück in die Box. In keinem der vorherigen drei Saisonrennen hatte der 35-Jährige die Zielflagge gesehen, in Sotschi sah er nun nicht einmal die Startampel.

Im WM-Klassement führt nach vier von 20 WM-Läufen weiterhin Vettel mit 86 Punkten vor Hamilton (73), Bottas (63) und Räikkönen (49). Das nächste Rennen findet am 14. Mai in Barcelona statt.

to/og (sid, dpa)

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