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Flüchtlinge zieht es nach Deutschland

21. März 2014

Nicht zuletzt wegen des Bürgerkrieges in Syrien sind wieder mehr Menschen auf der Flucht und suchen ein sicheres Asyl. Unter den westlichen Ländern war Deutschland im vergangenen Jahr das häufigste Ziel.

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Hannover: Ankunft von Flüchtlingen aus Syrien 2013 (Foto: dpa)
Bild: picture-alliance/dpa

Zum ersten Mal seit dem Bosnienkrieg sind in Deutschland wieder mehr Asylanträge gestellt worden als in jedem anderen westlichen Industrie-Land. "Deutschland ist in der Gruppe der 44 industrialisierten Staaten zum ersten Mal seit 1999 das größte einzelne Empfängerland für Asylbewerber", heißt es im neuen globalen UN-Asylbericht für 2013.

Lange Bearbeitungszeit

Die deutschen Behörden haben nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks UNHCR im vergangenen Jahr 110.000 Asylgesuche erhalten. Demnach sind die größten Zuwächse bei Bewerbern aus Russland und den Balkanstaaten zu verzeichnen.

Allerdings würden die Zahlen nichts darüber aussagen, wie vielen Asylgesuchen tatsächlich stattgegeben wurde, betont das UNHCR. Tatsächlich hätten viele Anträge keine Aussicht auf Erfolg, weil die Herkunftsländer als sicher gelten. "Man wundert sich, wie lange die Bearbeitung in Deutschland trotzdem dauert", sagt ein UN-Diplomat. "Aber das ist natürlich Sache der deutschen Regierung."

Syrer auf der Flucht

Deutschland löst damit die USA ab, die von 2009 bis 2013 Hauptziel für Asylbewerber waren. 2013 lagen sie mit 88.000 Asylgesuchen auf dem zweiten Platz. Dahinter folgen Frankreich (60.000), Schweden (54.000) und die Türkei (45.000). Deutlich weniger Asylanträge verzeichneten die asiatischen Staaten. In Japan gab es 3.300 Gesuche, in Südkorea 1.600.

Insgesamt gab es in den untersuchten 44 reichen Ländern über 610.000 Asylgesuche. Das ist laut UNHCR der höchste Stand seit 2001. Die meisten Asylbewerber (mehr als 56.000) kamen aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Dahinter folgen Asylsuchende aus Russland (40.000), Afghanistan (39.000), Irak (38.000) und Serbien (einschließlich Kosovo) mit knapp 35.000 Bewerbungen.

det/rb (dpa, kna, epd)