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Eine erfolgreiche Konferenz

Peter Philipp2. April 2004

Die internationale Afghanistan-Konferenz ist am Donnerstag (1.4.) in Berlin zu Ende gegangen. Auf ihr wurde das Verantwortungsbewusstsein der Welt für Afghanistan geschärft, meint Peter Philipp in seinem Kommentar.

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Wer Afghanistan voranbringe, der werfe den Terrorismus zurück. Bundesverteidigungsminister Peter Struck, der dies auf der Berliner Afghanistan-Konferenz zum Besten gab, suchte sicher nicht einen eingängigen Spruch, sondern er wollte auf einen gemeinsamen Nenner bringen, warum die Vertreter von über 50 Nationen nach Berlin gekommen waren und warum sie Afghanistan weitere Hilfe zugesagt haben.

Und solche gemeinsamen Nenner gibt es mehrere im Fall Afghanistans. Nicht allein die Frage, wie man diesem Land einen Übergang von Krieg, Gewalt und Unfreiheit zu Frieden, Freiheit und Demokratie ermöglichen kann. Sondern auch, wie man dem internationalen Terrorismus für immer eine wichtige Basis entzieht: Ein Land, aus dem er unbehindert und sogar mit Unterstützung der Verantwortlichen agieren konnte. Schließlich auch, wie man das weltweite Drogen-Problem wenn schon nicht unter Kontrolle bringen, so doch aber wenigstens reduzieren kann. Afghanistan ist weltweit wichtigster Drogenproduzent, und wenn dies erst einmal geändert werde kann, dann hat man gehörigen Fortschritt gemacht.

So ergänzen sich die Interessen Afghanistans und der Welt und nur so ist zu erklären, dass in den letzten Jahren eine so starke Bereitschaft erwacht ist, den Afghanen zu helfen, die man allzu lange links liegen gelassen hatte. Mit Geld allein ist das natürlich nicht zu bewältigen, aber auch hier gilt: Geld ist nicht alles, aber es hilft ungemein. Und schließlich wird ja auch die humanitärste Hilfe - jenseits jeden persönlichen Engagements und jenseits jeder persönlichen Opferbereitschaft - in Geld bemessen.

Schade nur, dass die Veranstalter solcher Geberkonferenzen Erfolg oder Misserfolg solcher Zusammenkünfte an den Summen zu messen können glauben, zu denen die Teilnehmer sich verpflichten. In Berlin wurden 8,2 Milliarden Dollar genannt - für die nächsten drei Jahre. Eine schöne Summe und eine schöne "Anzahlung" auf den nicht nur von den Afghanen ermittelten Gesamtbedarf in Höhe von 28 Milliarden Dollar für die nächsten sieben Jahre. Aber eben nur eine schöne Summe, deren Zusammensetzung mehr als nebulös bleibt und von der man jetzt schon ahnen kann, dass sie nicht komplett überwiesen wird. Wie das bei Geberkonferenzen nun einmal so üblich ist.

Trotzdem ist die Berliner Konferenz sicher ein Erfolg. Denn das internationale Verantwortungsbewusstsein für Afghanistan wurde erneut geschärft, auch ohne dass es dort Ölvorkommen gäbe, auch ohne dass Afghanistan in naher Zukunft zu einem potenten Wirtschaftspartner würde. Neben Drogen hat Afghanistan nur eines im Überfluss: Armut und Elend. Nicht erst seit heute, und nicht erst seit den Taliban.