Morgan Freeman - wirklich schon 80?

Er war Gott, Nelson Mandela und US-Präsident - Morgan Freeman wird 80

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Der liebe Gott

In fortgeschrittenem Alter entscheidet sich Morgan Freeman immer öfter für klamaukige Stoffe. In "Bruce Allmächtig" mimt er 2003 gar den lieben Gott. Auch aktuell ist der jetzt 80-Jährige mit einer Komödie in den Kinos: An der Seite von Michael Caine und Alan Arkin wird er in dem Film "Abgang mit Stil" zum Bankräuber-Opa.

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Alt werden in Hollywood...

...sieht bei diesen Herren ziemlich lustig aus. 2007 spielen Morgan Freeman und Jack Nicholson in "Das Beste kommt zum Schluss" zwei Krebskranke, die mit ihrem baldigen Tod konfrontiert werden. Daraufhin packen sie die Koffer und machen alles, was sie sich vorher nicht trauten - ob Fallschirmsprung oder Großwildjagd. Auch in den unterschiedlichen Rollen seiner Karriere hat Freeman viel gewagt.

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Interessante Nebenrollen

Morgan Freemans Karriere kommt in den 1970er Jahren mit TV-Besetzungen ins Rollen, in den 1980ern folgen prominentere Nebenrollen. Unter anderem spielt er in dem Gefängnisdrama "Brubaker" von Stuart Rosenberg einen Gefangenen, der den neuen Gefängnisdirektor (Robert Redford) aus der Deckung lockt.

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Erste Preise winken

Für seine Rolle als Chauffeur in "Miss Daisy und ihr Chauffeur" wird Morgan Freemann 1989 zum zweiten Mal für den Oscar nominiert und erlangt internationale Bekanntheit. Im Film entwickelt sich zwischen der exzentrischen Miss Daisy und ihrem Chauffeur Hoke eine auf Toleranz und Verständnis basierende tiefe Freundschaft. Die Tragikomödie gewinnt den Oscar als bester Film.

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An der Seite von Robin Hood

"Robin Hood - König der Diebe" wird mit Kevin Kostner in der Hauptrolle 1991 zum Kassenschlager. Morgan Freeman spielt Azeem, einen schwarzen Muslim, dem Robin zur Flucht aus dem Jerusalemer Gefängnis verhilft. Die Rolle des Azeem wurde für den Film neu geschaffen, ein literarisches Pendant bei den mittelalterlichen Schriften über Robin Hood gibt es nicht.

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Zum Gruseln: "Sieben" von David Fincher

Als Detective William Somerset führt Morgan Freeman durch den Film, der eine Mischung aus Psychothriller und Neo Noir ist. Zusammen mit Brad Pitt stellt er sich einem Serienmörder entgegen, der die sieben Todsünden in sieben brutalen Morden inszeniert. Beide hadern mit ihrem Leben und ihrem Beruf. Im Showdown steht ihnen Kevin Spacey als Mörder John Doe gegenüber.

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Unter der Regie von Clint Eastwood

"Million Dollar Baby" von 2004 nimmt im letzten Drittel eine unerwartete Wende und wird zum ernsten Drama über Leben und Tod. Durch die im Film geleistete Sterbehilfe ist der Streifen besonders in den USA umstritten. Freeman, der bereits 1992 in Clint Eastwoods "Erbarmungslos" spielte, lobt Eastwoods Regieführung: "Er gibt Schauspielern die Freiheit, einfach drauf los zu spielen."

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Endlich Oscarpreisträger

"Million Dollar Baby" wird bei den Oscars schließlich nicht nur als bester Film ausgezeichnet, auch Morgan Freeman erhält eine der begehrten Trophäen - als bester Nebendarsteller. Nach den vielen vorangegangenen Nominierungen reagiert er humorvoll: "Man kann wohl nur soundso viele Nominierungen bekommen, bevor sie irgendwann sagen 'verdammt, jetzt geben wir ihm den Oscar einfach'".

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Herzensrolle als Nelson Mandela in "Invictus"

Morgan Freeman und Nelson Mandela verband seit den 1990ern eine Freundschaft. Im "Time Magazine" erinnert er sich so: "Wir spazierten zusammen, wir sprachen miteinander, ich durfte seine Hand halten. Ich lernte einen der großartigsten Menschen kennen, die es gab." Nachdem Mandela 2010 "Invictus" gesehen hatte, sagte er: "Nun werden sich die Menschen vielleicht an mich erinnern."

Seine Stimme erinnert an Louis Armstrong, und von den großen Leinwänden ist der Hollywood-Schauspieler mit den Sommersprossen nicht wegzudenken. Zum Glück hat er auch im neunten Lebensjahrzehnt nicht vor abzutreten.

In Morgan Freemans letztem Film, der Kriminalkomödie "Abgang mit Stil", spielt das Alter eine große Rolle. Es geht um alte Männer, die es in Las Vegas noch einmal so richtig krachen lassen wollen. "Schon klar, ich werde dieses Jahr tatsächlich 80. Aber das ist ja nur eine Zahl, die überhaupt nichts darüber aussagt, wie schnell ich aus dem Sitzen wieder hochkomme", kommentierte der Hollywoodstar im Mai gegenüber dem "Playboy". Jetzt ist es so weit, der Mann mit der tiefen Stimme feiert seinen 80. Geburtstag.

Film | 23.04.2017

Später Start als Filmschauspieler

Freeman ist einer der berühmtesten und meistbesetzten Schauspieler der Welt, Hollywoods graue Eminenz. 1977, als er 40 wurde, hatte er noch keine einzige bedeutende Filmrolle bekommen. Inzwischen hat er in mehr als 70 Filmen mitgespielt. Er war Miss Daisys Chauffeur, Nelson Mandela und in "Bruce Allmächtig" sogar Gott.

BG Morgan Freeman | Going in Style

Morgan Freeman spielte zuletzt neben Michael Caine in "Going in Style" - "Abgang mit Stil"

Doch der Weg zum Hollywood-Gott war lang und steinig, seine Karriere kam nur langsam voran. Als der Afroamerikaner 1937 in Memphis im US-Bundesstaat Tennessee zur Welt kam, dominierte die Rassentrennung den US-amerikanischen Alltag, besonders in den Südstaaten. "Mississippi war damals der schrecklichste Ort der Welt für einen Schwarzen", erinnerte sich der Star im Gespräch mit der Washington Post. Freemans Eltern arbeiteten als Hausangestellte bei wohlhabenden Reichen, er selbst jobbte nebenan im Garten.

Eine Kindheit unter den Vorzeichen der Rassentrennung

Schwarze Schauspieler waren in seiner Kindheit fast nie auf der großen Leinwand zu sehen. Es waren weiße Geschichten, die in den Filmtheatern erzählt wurden. Trotzdem wurde Freeman ein begeisterter Filmfan. "Als Kind bin ich praktisch im Kino großgeworden", erzählte er später. Für ihn selbst begann die Schauspielerei auf der Schulbühne. Schon seinen Lehrern in Greenwood war die außergewöhnliche Stimme des Jungen aufgefallen. Der Schüler wirkte an einigen Radio-Shows mit und hätte ein Stipendium für die Jackson State University bekommen können. Doch für Freeman schien die Armee der bessere Weg aus der Kleinstadt. Er ging zur Airforce und wurde Mechaniker.

Nach seinem Ausscheiden ließ er sich zuerst in San Francisco nieder und arbeitete bei der Post. Es waren die 1960er Jahre, alles schien möglich, New York und die Schauspielerei riefen. In Manhattan hielt er sich mit allen möglichen Jobs über Wasser und begann, bei kleinen Off-Off-Broadway-Theatern vorzusprechen. Freeman genoss die Zeit, die Gemeinschaft mit anderen jungen Schauspielaspiranten, mit denen er in kleinen Wohnungen in Harlem oder Greenwich Village Träume und Essen teilte.

Schauspieler Morgan Freeman

Ein "Abgang mit Stil" kommt für Morgan Freeman selbst noch nicht infrage

Vom Broadway nach Hollywood

1971 bekam er seinen ersten festen Job bei einem Programm, mit dem Kinder lesen lernen sollten: "The Electric Company", eine Rolle, die viel Improvisation erforderte. Die Kinder waren begeistert, und Freeman hatte über Jahre hinweg ein Einkommen, ausreichend für ihn und seinen Hund, wie er sich später amüsierte. Doch die Bindung an das Programm wäre für ihn fast zur Fessel geworden, erkannte er rückblickend.

Erst 1978 schaffte er es tatsächlich in einem Broadway-Theater auf die Bühne, in Richard Wesleys "The Mighty Gents". Das Stück wurde nach neun Aufführungen abgesetzt, aber die Kritiken für Freeman waren herausragend. Er galt plötzlich als Geheimtipp, eine Kultfigur für Eingeweihte, doch die großen Schauspielrollen blieben weiter aus. Bis 1986, da war er fast 50.

"Street Smart" hieß der Film, in dem Morgan Freeman einen Zuhälter so ungewöhnlich spielte, dass die New Yorker Filmkritikerin Pauline Kael damals schon fragte: "Ist Morgan Freeman der beste amerikanische Schauspieler?" An der Kasse war der Streifen kein großer Erfolg. Aber für Freeman brachte er die erste Oscar-Nominierung für die beste Nebenrolle und den endgültigen Durchbruch.

Der Durchbruch zum Superstar

Auf einmal war der Schauspieler ein Superstar, eine Dauerpräsenz in amerikanischen Filmen mit Rollen in einer Reihe von außergewöhnlichen Produktionen. Er spielte den distinguierten älteren Schwarzen in "Miss Daisy und ihr Chauffeur" (1989) und im gleichen Jahr einen Sergeanten im Bürgerkriegsdrama "Glory". Diesen Film, der die Sklaverei thematisiert, hält er heute noch für seinen wichtigsten. Er stand als alter Gangster im Eastwood-Western "Erbarmungslos" (1992) vor der Kamera, als Gefängnisinsasse in "Die Verurteilten" (1994) und als himmlisch gelassener Gott in "Bruce Allmächtig" (2003).

77. Oscar-Verleihung - Beste Schauspieler

Oscar-Verleihung 2005: Freeman gewann die Trophäe als bester männlicher Nebendarsteller

In Clint Eastwoods Boxerdrama "Million Dollar Baby" (2004) war er ein überlegt kommentierender Ex-Boxer – und erhielt für diese Rolle den Oscar als "bester Nebendarsteller". In der Tragikomödie "Das Beste kommt zum Schluss" (2007) war er der Gefährte des todkranken Jack Nicholson. 2009 schließlich verkörperte er in "Invictus - Unbezwungen" Nelson Mandela. Der südafrikanische Präsident selbst soll Morgan Freeman als Darsteller vorgeschlagen haben. Die beiden sind sich öfter begegnet. In Christopher Nolans "Batman"-Serie mimte er den smarten Manager Lucius Fox, in "Die Unfassbaren" einen gewieften Zauberkünstler, an der Seite von Scarlett Johansson als "Lucy" einen Top-Hirnforscher.

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Seine Rolle: die moralische Instanz Hollywoods

Würde, Integrität und Lässigkeit sind zu Freemans Markenzeichen geworden. In den meisten seiner Rollen gibt er den Grandseigneur des US-amerikanischen Kinos, sogar in seinen Filmkomödien ist er der Autorität verbreitende Schwarze. Dabei wehrt er sich dagegen, als afroamerikanischer Schauspieler wahrgenommen zu werden. Selbst seine fiktive Rolle als erster schwarzer Präsident der Vereinigten Staaten in "Deep Impact" (1998) wollte der Charakterdarsteller nicht unter dem Rassenaspekt sehen. "Ich spiele nicht den ersten schwarzen Präsidenten. Ich spiele einen Präsidenten, der zufällig schwarz ist", stellt er damals klar. Der erste echte dunkelhäutige US-amerikanische Präsident, Barack Obama, ehrte Freeman 2016 mit der "Nationalen Medaille für Kunst". 

Er sei niemand, der sich auf eine Seifenkiste ​​stelle, um politische Reden zu schwingen, sagte der Schauspieler einmal. Politisch wirksam wolle er durch seine Arbeit werden. Trotzdem warb er 2012 mit seiner Stimme in einem Fernsehspot für die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe: "Wir stehen miteinander für das Recht schwuler und lesbischer Amerikaner, die Menschen zu heiraten, die sie lieben." Für Obama engagierte er sich öffentlich und unterstützte dessen Wahlkampf mit einer Spende von einer Million US-Dollar. Wahlwerbung machte er auch für Hillary Clinton.

Schauspieler Morgan Freeman

Immer noch ruhelos unterwegs: Freeman im April 2017 bei einer Theaterpremiere in London

Ein gutes Leben: Sportübungen, Golf und Filme machen

Schon seit langem ist Freeman auch als ausführender Filmproduzent tätig. Mit seiner Firma "Revelations Entertainment" produzierte er Dokumentarserien für Kabelsender, darunter den Mehrteiler "The Story of God", ein Blick auf Menschen auf der Suche nach ihrem Gott oder ihren Göttern sowie "Through the Wormhole". "Durch das Wurmloch" bemüht sich um Nachdenkliches zu vieldiskutierten Themen von Schusswaffengewalt bis Genderidentität.

Privat hat der zweimal geschiedene vierfache Vater und inzwischen sogar schon Urgroßvater seinen Lebensmittelpunkt von New York wieder in den Süden verlagert. Er ist nach Charleston in Mississippi zurückgekehrt. Doch auch wenn Haare und Bart längst ergraut sind, ist er nicht altersmüde. Als ausgebildeter Tänzer zieht er sein Fitness-Programm seit Jahrzehnten durch, das Golfspielen ist zu seiner großen Leidenschaft geworden.

"Ich setze einfach meinen Weg fort"

Doch seine größte Hingabe gilt immer noch der Arbeit als Schauspieler. Der Terminplan des Oscar-Preisträgers ist prall gefüllt. Freeman-Fans können sich auf den Kinostart seiner Action-Komödie "Villa Capri" im November freuen. Für 2018 wartet der nächste Terror-Plot auf den Star. In dem Action-Drama "London Has Fallen" (2016) glänzte er als cooler US-Vizepräsident, der mit Gerard Butler als Leibwächter und Aaron Eckhart als US-Präsident in London in ein Terror-Inferno gerät. Für die geplante Fortsetzung "Angel Has Fallen" hat Freeman bereits unterschrieben. "Ich hätte nie gedacht, dass ich so alt werde", sagte Freeman schon 2014. "Es ist ganz gut gelaufen, und ich setze einfach meinen Weg fort."