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Erfolgreiches Heynckes-Comeback in München

Calle Kops dpa, sid
14. Oktober 2017

Trainer Jupp Heynckes ist zurück auf der Bayern-Bank und führt die Münchener zu einem vom Ergebnis her standesgemäßen Heimsieg gegen den SC Freiburg. Doch von Euphorie ist der Triple-Coach weit entfernt.

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Bundesliga: Bayern München gegen SC Freiburg, Bayern Münchens Trainer Jupp
Bild: Imago/J.Huebner

Die vierte Amtszeit beim FC Bayern hätte für Jupp Heynckes kaum besser beginnen können. Der 72-Jährige führte die Münchener bei seinem Comeback auf der Trainerbank zu einem verdienten 5:0 (2:0) gegen den SC Freiburg. SC-Profi Julian Schuster brachte die Bayern mit seinem Eigentor in Führung. Kingsley Coman, Thiago, Robert Lewandowski und Joshua Kimmich sorgten dann dafür, dass die Gastgeber nach drei Pflichtspielen ohne Sieg wieder jubeln konnten. Im Gegensatz zu den letzten Ligaspielen gegen Wolfsburg (2:2) und Hertha (2:2) verspielte der deutsche Rekordmeister beim Heynckes-Einstand eine 2:0-Führung nicht mehr.

Der bis zum Saisonende verpflichtete Nachfolger von Carlo Ancelotti wurde vom eignen Publikum in der ausverkauften Münchener Fußball-Arena mit offenen Armen empfangen. Beim Verlesen der Aufstellung kam donnernder Applaus auf, als der Name des gebürtigen Mönchengladbachers aufgerufen wurde. Es gab "Jupp"-Sprechchöre und vereinzelte Plakate zu Ehren des Mannes, der die Münchner 2013 zum einzigen Triple der Klubgeschichte geführt hatte - und danach vorübergehend in Rente gegangen war.

Altbewährtes verschafft Sicherheit

Bayern-Fans halten im Stadion ein Plakat mit der Aufschrift "Jupp, Jupp" hoch (Foto: picture-alliance/dpa/A. Warmuth)
Herzlicher Empfang für den Rückkehrer vom NiederrheinBild: picture-alliance/dpa/A. Warmuth

1596 Tage nach seinem Abschied beim DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart (3:2) bot Heynckes noch fünf Spieler der damaligen Startelf auf. Beim 322. Sieg in seinem 643. Bundesligaspiel als Trainer vertraute er zu Beginn auf David Alaba, Jerome Boateng, Mats Hummels, Thomas Müller und Arjen Robben. Offensichtlich war, dass er dem FC Bayern zunächst wieder eine stabile Defensivstruktur verschaffen möchte. Das Weltmeister-Duo Boateng und Hummels besetzte das Abwehrzentrum. Davor sorgte Javi Martinez wie in der Triple-Saison mit seiner Wucht als Zweikämpfer im Mittelfeld für Stabilität. Allerdings musste der bis dahin starke Spanier nach 70 Minuten verletzt vom Platz.

Auf Anhieb war zu erkennen, dass es auf dem Platz im 4-2-3-1-System wieder kontrollierter und geordneter zuging. Die Bayern dominierten das Geschehen. Aber es wurde auch deutlich, dass Heynckes Zeit benötigen wird. Nicht alles gelang auf Knopfdruck. Nach Fehlpass von Joshua Kimmich musste Sven Ulreich mit einer klasse Fußabwehr das 0:1 von Ryan Kent verhindern. Und nach einem weiteren Fehlpass von Thomas Müller verpasste Mike Frantz nach Flanke von Christian Günter bei seinem Kopfball das 1:1 ebenfalls nur haarscharf. Ansonsten diktierte der Rekordmeister das Geschehen. Manchmal misslang der finale Pass, trotzdem reichte es zum deutlichen 5:0-Erfolg.

Nicht mehr als ein Ausrufezeichen

Jupp Heynckes gibt Arjen Robben an der Seitenlinie Anweisungen (Foto: picture-alliance/nordphoto)
Jupp Heynckes bei der Arbeit: akribisch wie immerBild: picture-alliance/nordphoto

Dass seine Schützlinge dabei nur phasenweise Glanz versprühten, war Heynckes durchaus bewusst. "Man kann auf dem Sieg aufbauen, aber es ist nicht alles wunderbar", analysierte der Coach nach der Partie und betonte: "Wir haben noch viel Arbeit vor uns, es kommen schwerere Gegner, dann müssen wir viel souveräner agieren." Aber das sei Kritik auf hohem Niveau, ergänzte Heynckes und verriet, dass er wahnsinnig viele Gespräche geführt habe. "Mir war es sehr wichtig, dass die Spieler die Köpfe wieder frei bekommen. Das war heute sicher auch die Konsequenz daraus, darum war die Mannschaft heute sehr spielfreudig."

Lob und Anerkennung bekam Heynckes auch von seinen Spielern. So meinte Mats Hummels: "Der Trainer hat definitiv seinen Anteil. Im Training war viel Zug drin. Das braucht eine Mannschaft. Es hat jetzt erst einmal einen guten Effekt gehabt." Es sei noch nicht viel geschafft, aber zumindest sei ein Anfang gemacht, blieb auch der Weltmeister realistisch.

ck/sw (dpa, sid)