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Fifty-Fifty bis 2030

Gleiche Chancen und gleiche Rechte bis 2030: Die neuen, globalen Entwicklungsziele sollen richten, was für Frauen in aller Welt bisher unerfüllt blieb.

Portraits von Frauenrechts-Aktivistinnen Li Tingting, Wei Tingting, Wang Man, Wu Rongrong und Zheng Churan

"China werde die Frauen unterstützen, damit sie ihre eigenen Träume und Hoffnungen, sowohl im Job als auch im Leben realisieren können", versprach Chinas Präsident Xi Jinping auf dem UN-Gipfel vom September. Es sei noch ein langer Weg, gab er allerdings zu, bevor Frauen ihre rechtmäßige "Hälfte des Himmels" erreicht haben werden.

An Versprechen und Bekundungen mangelte es in New York wahrlich nicht, als die Staats- und Regierungschefs aus aller Welt sowohl die Gleichberechtigung als auch gleiche Chancen für Frauen in den neuen, nachhaltigen Entwicklungszielen (SDG) festschrieben.

"Als Staats- und Regierungschefs liegt es in Ihrer Macht und in Ihrer Verantwortung, die Gleichberechtigung von Frauen als nationale Priorität zu fördern", wandte sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon an die versammelte globale Politführung. Damit sollten Frauenrechte weltweit zur Chefsache werden.

Messbarer Fortschritt und mehr Kontrolle

Ob es hilft? Karin Nordmeyer ist Vorsitzende des Nationalem Komitees von UN Women in Deutschland. Sie bemängelt vieles an vorausgegangenen Dokumenten, Erklärungen und Aktionsplänen. Zu wenig davon sei umgesetzt worden.

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Doch sie ist fest davon überzeugt, dass es diesmal mit der Verankerung der Gleichberechtigung in den nachhaltigen Entwicklungszielen anders wird.

"Jetzt haben wir eine Agenda, die die gesamte Weltgemeinschaft einbezieht", sagt sie und hebt besonders die darin enthaltene Überprüfung auf nationaler und internationaler Ebene hervor. Normalerweise fänden solche Checks alle vier oder fünf Jahre statt.

"Doch diesmal haben wir bereits im Jahr 2017 die ersten Überprüfungen in der Frauenrechtskommission. Das ist ein konkret messbarer Fortschritt", so Nordmeyer.

"Es geht langsam"

Messbar sollen die Ergebnisse auch mit der Kampagne "Fifty-Fifty bis 2030" werden. Demnach sollen Frauen in spätestens 14 Jahren, wenn das Zeitfenster für die neuen nachhaltigen Entwicklungsziele ausläuft, weltweit die gleichen Rechte und Chancen haben wie Männer.

"Wir werden es vielleicht nicht schaffen, 50 oder 80 Prozent der Versprechen in einer solchen Kampagne durchzusetzen, doch auch zehn Prozent würden im Laufe der Zeit einen riesigen Unterschied machen", sagt Parvathi Madappa von der indischen Nicht-Regierungsorganisation CIVIDEP, die sich in ihrem Land für Frauen- und Menschenrechte, besonders auf dem Arbeitsmarkt einsetzt.

Sie ist sich sehr wohl bewusst, wie weit die Versprechungen auf dem Papier und die Umsetzung in der Praxis oft auseinander liegen. "Es geht langsam, aber ich hoffe, dass unsere Nation eines Tages so weit ist, dass wir, Männer und Frauen, gemeinsam Verantwortung tragen, dass wir zusammen arbeiten, um für alle, Frauen wie Männer, Verbesserungen zu erreichen", sagt die 30-jährige Aktivistin.

Auch in Deutschland noch keine echte Gleichberechtigung

Bisher hat noch kein einziges Land auf der Welt eine echte Gleichberechtigung für Frauen erreicht. Das statistische Bundesamt in Deutschland machte anlässlich des Internationalen Frauentags nochmals darauf aufmerksam, dass der Frauenanteil in den Führungsetagen deutscher Unternehmen immer noch unter dem EU-Durchschnitt liegt.

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Neuer Aktionsplan

Nun steht die Geschlechter-Gerechtigkeit als Ziel Nummer fünf weit oben auf der internationalen Entwicklungsagenda. Und nicht nur dort: "Wir sind als UN Women ganz besonders stolz darauf, dass in elf weiteren der insgesamt 17 Nachhaltigkeitszielen die Frauenfrage und die Einbeziehung von Frauen in allen Überlegungen eine Rolle spielt", betont Karin Nordmeyer von UN-Women.

In Deutschland wird bereits an der Umsetzung gearbeitet: Am Internationalen Frauentag stellt die Bundesregierung den neuen entwicklungspolitischen Aktionsplan zur Gleichberechtigung der Geschlechter vor.

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