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Gesprächs-Offensive der Griechen

5. Mai 2015

Bereits seit Tagen verhandeln die Geldgeber mit Griechenland. Nun startet Athen überraschend eine umfangreiche Kontaktrunde mit allen Geldgebern. Es geht wieder um die akuten Liquiditätsprobleme des Landes.

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Griechenland Euro Staatsbankrott immer wahrscheinlicher Symbolbild
Bild: picture-alliance/dpa

Wie die Regierung mitteilte, werde Finanzminister Yanis Varoufakis an diesem Dienstagvormittag in Paris mit seinem französischen Kollegen Michel Sapin zusammenkommen. Anschließend war ein Treffen Varoufakis mit EU-Währungskommissar Pierre Moscovici geplant.

Griechenland - stellvertretender griechischer Ministerpräsident Yannis Dragasakis
Yannis Dragasakis - soll Verhandlungen mit Geldgeber koordinierenBild: ARIS MESSINIS/AFP/Getty Images

Gibt es eine Aufstockung der Notkredite?

Am Nachmittag soll es zu einem Treffen zwischen dem Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, und dem stellvertretenden griechischen Ministerpräsident Yannis Dragasakis sowie dem stellvertretenden Außenminister Eukleides Tsakalotos, in Frankfurt kommen. Dieser war vor kurzem von der griechischen Regierung zum Koordinator der Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern bestellt worden.

Bereits am Montag hatte der griechische Regierungschef Alexis Tsipras mit der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, gesprochen. Das Gespräch betraf die laufenden Verhandlungen Athens mit den Geldgebern, hieß es aus Regierungskreisen.

Im Mittelpunkt all dieser Gespräche werde die für Mittwoch anstehende Entscheidung der EZB über eine möglichen Aufstockung der Notkredite für Griechenland stehen. Diese sogenannten Ela-Kredite ("Emergency Liquidity Assistance") sind die letzte Geldquelle für Banken im pleitebedrohten Griechenland. Zuletzt hatte EZB-Präsident Draghi eine mögliche Eindämmung der Notkredite angedeutet, sollten die Verhandlungen im Schuldenstreit mit den Griechen weiterhin keine Fortschritte zeigen.

Griechenland wird seit 2010 von seinen Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds über Wasser gehalten. Das Land benötigt dringend weitere Hilfen. Als Voraussetzung verlangen die Gläubiger jedoch Reformen.

Vorsichtiger Optimismus in Brüssel

Nach tagelangen Verhandlungen der Geldgeber mit Griechenland gibt es in Brüssel vorsichtigen Optimismus. Die Gespräche verliefen konstruktiv, sagte der Chefsprecher der EU-Kommission am Montag. "Es muss (aber) noch mehr Arbeit erledigt werden", schränkte er ein. "Es wollen alle Seiten eine Einigung noch im Mai", hieß es ergänzend aus Kreisen der Regierung in Athen.

Die Gespräche waren über das ganze Wochenende gelaufen und werden dem Vernehmen nach bis diesen Mittwoch dauern. Es geht um ein Reformpaket Griechenlands. Ohne eine Abmachung dazu können blockierte Hilfen der Geldgeber von 7,2 Milliarden Euro nicht fließen. Die Zeit wird knapp, denn die Kassen in Athen sind leer.

"Der nächste Termin für eine Bestandsaufnahme ist das Treffen der Eurogruppe am 11. Mai", sagte der Sprecher. Diplomaten ergänzten, für eine Vereinbarung bei diesem regulären Treffen der Euro-Finanzminister sei es nötig, dass sich die sogenannte Brüssel-Gruppe mit Vertretern der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank, des Internationalen Währungsfonds und Griechenlands schon Mitte dieser Woche einigt. Ob das gelinge, sei offen.

iw/as (dpa, rtr)