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Hugo Chavez für die Ewigkeit

8. März 2013

In Venezuela haben Vertreter von 54 Staaten dem verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez die letzte Ehre erwiesen. Der Leichnam des 58-jährigen Sozialisten soll einbalsamiert werden.

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Anhänger des verstorbenen venezolanischen Präsidenten Chavez (Foto: Reuters)
Bild: Reuters

An der offiziellen Trauerfeier in der Militärakademie der Hauptstadt Caracas nahmen 32 Staats- und Regierungschefs teil, vor allem aus Lateinamerika. Aber auch der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad und der weißrussische Machthaber Alexander Lukaschenko waren nach Venezuela gekommen. Die EU-Länder waren überwiegend durch ihre Botschafter vertreten, die USA schickten einen Abgeordneten und einen Ex-Parlamentarier der Demokraten.

Hugo Chavez war am Dienstag (05.03.2013) an den Folgen einer langen Krebserkrankung gestorben. Der Linkspolitiker stand 14 Jahre an der Spitze des Ölstaates Venezuela. Er war erst im Oktober erneut wiedergewählt worden, konnte den Eid auf seine neue Amtszeit aber nicht mehr ablegen. Mitte Dezember hatte er sich in Kuba einer vierten Krebsoperation unterzogen, nach der Komplikationen auftraten. Mitte Februar war Chavez nach Venezuela zurückgekehrt.

Der feierliche Trauerakt wurde im Fernsehen live übertragen. Das nationale Symphonieorchester und ein Chor stimmten in der Militärakademie Fuerte Tiuna die Nationalhymne des Landes an. In der Mitte des Raumes stand der mit einer venezolanischen Fahne bedeckte Holzsarg von Chavez, auf den unter Applaus der Trauergäste ein Schwert gelegt wurde - "das Schwert Simón Bolivars", des lateinamerikanischen Freiheitshelden, verkündete der Sprecher im Fernsehen. Chavez sah sich in der Tradition Bolivars. Vor der Militärakademie versammelten sich tausende Anhänger von Chavez (Artikelbild).

Trauerfeier für Hugo Chávez

Ihnen soll ihr Idol für die Ewigkeit erhalten bleiben. Wie Vizepräsident Nicolás Maduro mitteilte, wird der gestorbene Staatschef einbalsamiert und in einem gläsernen Sarg aufgebahrt. "Das Volk soll ihn wie Ho Tschi Minh, Lenin und Mao Tsetung ewig präsent haben können», sagte Maduro. Zugleich verlängerte der Vizepräsident die Staatstrauer um sieben Tage.

Der Oberste Gerichtshof Venezuelas bestätigte unterdessen Maduro als rechtmäßigen Übergangspräsidenten des Landes. Er sei unmittelbar mit dem Tod von Chávez zum amtierenden Staatschef geworden und dürfe zur bevorstehenden Präsidentschaftswahl antreten, erklärte das Gericht vor der geplanten Vereidigung Maduros. Oppositionsvertreter kündigten einen Boykott der Vereidigung an. Diese sei ein Verstoß gegen die Verfassung, erklärte das Oppositionsbündnis "Tisch der Demokratischen Einheit" (MUD). Chavez hatte seinen Stellvertreter vor seinem Tod als Nachfolger auserkoren. Der 50-jährige soll bei der spätestens in 30 Tagen abzuhaltenden Präsidenten-Neuwahl als Spitzenkandidat der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) ins Rennen gehen.

wl/sti/re (dpa, afp, rtre)