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Hypo Real Estate braucht noch mehr Milliarden

10. September 2010

Die marode Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) wird mit weiteren bis zu 40 Milliarden Euro Staatsgarantien gestützt. Zuvor hatte es Berichte über eine erneut drohende Pleite gegeben.

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Wieder in Schieflage?Bild: ap

Das der HRE gewährte Garantievolumen werde bis zum Jahresende um bis zu 40 Milliarden Euro erhöht, teilte am Freitagabend (10.09.2010) der Bankenrettungsfonds Soffin in Frankfurt am Main mit. Der Beschluss sei gefasst worden, um "jegliche Liquiditätsengpässe" auszuschließen. "Das Gesamtgarantievolumen gegenüber der HRE beläuft sich damit temporär auf bis zu 142 Milliarden Euro", teilte der SoFFin mit. "Der Lenkungsausschuss des SoFFin fasste diesen Beschluss, um vor und bei der geplanten Transaktion jegliche Liquiditätsengpässe auszuschließen", heißt es. Die neuen Bürgschaften sind aber auf drei Monate begrenzt. Die EU-Kommission muss die Kapitalspritze billigen.

Das Magazin "Stern" hatte zuvor auf seiner Internetseite berichtet, dass die HRE mit massiven Liquiditätsproblemen kämpfe. Im schlimmsten Fall sei die Bank bis zum 22. September zahlungsunfähig, hieß es bei stern.de. Selbst in günstigeren Szenarios drohe eine Pleite bis zum 30.September.

Better im Porträt (Foto: ap)
Will schwarze Zahlen: Manuela BetterBild: AP

Altlasten von mehr als 180.000.000.000

Hintergrund ist die kurz bevorstehende Übertragung von toxischen und anderen unerwünschten Wertpapieren an die staatliche "Bad Bank" FMS Wertmanagement. Auch nicht mehr benötigte Geschäftsteile sollen ausgelagert werden. "Dies ist ein hochkomplexer und mit Blick auf das zu transferierende Volumen wohl einmaliger Vorgang. Sein Gelingen bedeutet einen Meilenstein in der Restrukturierung der HRE", sagte SoFFin-Chef Hannes Rehm am Freitagabend nach dem Beschluss des Lenkungsausschusses. Die Rede war zuletzt von auszulagernden Altlasten im Umfang von 180 Milliarden bis 185 Milliarden Euro. Danach soll die Bank unbelastet einen Neustart als Deutsche Pfandbriefbank (pbb) wagen.

Der inzwischen verstaatlichte Immobilienfinanzierer HRE wurde in der Finanzkrise mehrfach mit Staatshilfen von mehr als 100 Milliarden Euro am Leben gehalten. HRE-Chefin Manuela Better hatte erst kürzlich erklärt, nach Auslagerung der Milliarden-Altlasten würden 2011 "schwarze Zahlen" angestrebt.

Autor: Oliver Samson (mit rtr, afp, ap, dpa)

Redaktion: Walter Lausch