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Kesten-Preisträgerin kritisiert Putin

16. November 2003
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Die russische Journalistin Anna Politkovskaja hat erneut die Politik von Wladimir Putin hart angegriffen. "Ich finde sie verlogen, schädlich für unser Land und blutig", sagte die
Journalistin am Sonntag bei der Verleihung der Hermann-Kesten-Medaille in Darmstadt. Der mit 10.200 Euro dotierte Preis wurde Politkovskaja vom deutschen PEN-Zentrum und dem Land Hessen für ihre kritischen Reportagen über den Tschetschenienkrieg verliehen.

Putin kehre zur Idee Stalins zurück, dass für eine politische
Vision notfalls auch Menschen geopfert werden müssten. Dies habe er vor einem Jahr demonstriert, als beim Sturm auf das Moskauer Theater 130 Musicalbesucher starben. Putins einzige Vision sei sein Machterhalt, sagte die Journalistin der Moskauer Zeitung "Nowaja Gaseta". Er habe fast alle russischen Medien wieder gleichgeschaltet. Unter Intellektuellen gelte es nun "als kultiviert, den Mund zu halten, als unkultiviert, den Opfern des Krieges zuzuhören".