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Klima in deutscher Wirtschaft bessert sich

25. Januar 2012

Trotz Schuldenkrise und gedämpfter Erwartungen an die Weltkonjunktur hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft erneut verbessert. Im Januar stieg der ifo-Geschäftsklimaindex zum dritten Mal in Folge.

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Zahnräder am Stand des Wälzlagerherstellers NKE aus Österreich (Foto: AP)
Die deutsche Wirtschaft bleibt auch weiter im TaktBild: dapd

Wie das Münchner ifo-Institut am Mittwoch mitteilte, kletterte der ifo-Geschäftsklimaindex von 107,3 Punkten im Dezember auf jetzt 108,3 Punkte. Der Index gilt als der wichtigste Gradmesser für die deutsche Konjunktur. Die befragten Unternehmen sehen vor allem wieder zuversichtlicher in die Zukunft, ihre aktuelle Lage bewerten sie dagegen leicht zurückhaltender. "Die deutsche Wirtschaft startet mit Elan ins neue Jahr", erklärte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Industrie schätze Lage und Perspektiven deutlich günstiger ein als zuvor.

Bedeutendster Frühindikator

Der ifo-Index wird jeden Monat aus einer Umfrage unter rund 7000 Unternehmen ermittelt. Im vergangenen Jahr war der Frühindikator monatelang gesunken und hatte im Oktober seinen Tiefpunkt bei 106,5 Punkten erreicht. Im November stieg er dann überraschend. Zunächst hatten Experten dies als Ausreißer gewertet - bis der Index im Dezember erneut zulegte. Drei Anstiege in Folge werden normalerweise sogar als Trendwende gewertet. Angesichts des instabilen wirtschaftlichen Umfeldes hatten Volkswirte aber diesmal vor dieser Interpretation gewarnt.

Die Bundesbank rechnet wegen der befürchteten Winterflaute für dieses Jahr mit einem Mini-Wachstum von 0,6 Prozent. Es soll sich 2013 auf 1,8 Prozent verdreifachen. Im abgelaufenen Jahr hatte es noch ein Plus von drei Prozent gegeben.         

Branchen entwickeln sich unterschiedlich

Nach Branchen unterschieden besserte sich das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe und im Bauhauptgewerbe. Die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe erwarten wieder eine positive Entwicklung der Exporte, außerdem planen sie Einstellungen. Die Auslastung der Maschinen liegt aber noch unter dem vergangenen Herbst. Am Bau hellten vor allem die Aussichten auf die kommenden Monate das Geschäftsklima auf.

Dagegen nahm sowohl im Einzel- als auch im Großhandel die Stimmung etwas ab. Die Einzelhändler blicken skeptischer auf das kommende Halbjahr. Die Großhändler dagegen sind unzufriedener mit ihrer aktuellen Lage, dafür blicken sie mit größerem Optimismus auf die erste Jahreshälfte.

kle/rb (dpa, afp, rtr, dapd)