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Kollektiver Jubel beim Public Viewing

Hoffen, Bangen, Zähneknirschen. Das Achtelfinale Algerien gegen Deutschland zehrte an den Nerven. In Leipzig verfolgten tausende Fußballfans die Zitterpartie beim Public Viewing.

Fußball-WM Deutschland gegen Algerien Public Viewing in Leipzig 30.06.2014 Foto: DW/Stefan Nöbel-Heise

Die Dämmerung hat längst begonnen. Doch ruhig ist es an diesem späten Montagabend nicht. Mindestens 1500 Zuschauer haben sich beim Fanfest in Leipzigs Innenstadt versammelt. Laute Musik sorgt für gute Stimmung, auch das Wetter spielt mit. Zahlreiche Trikots, Fahnen und Hüte in den Deutschlandfarben sind zu sehen. Christin Krause und Sophie Hoschopf haben sich für Schminke, Blumenketten und Hasenohren entschieden. Für die beiden Freundinnen ist das Public Viewing ein Muss. "Die Atmosphäre hier draußen ist einfach viel besser als daheim."

22.00 Uhr, Anpfiff. Der Ball rollt. Die Zuschauer jubeln, Blaströten bereiten ohrenbetäubenden Lärm. Erwartungsvolle Stimmung liegt in der Luft. Auch Oliver Meissner und seine Freunde tragen heute Schwarz-Rot-Gold. Oliver war bis vor kurzem selbst noch in Brasilien. "Die Stimmung bei Deutschlandspielen ist hier jedoch besser. Auch wenn das Wetter dort unschlagbar ist." Neben der deutschen Flagge trägt er deshalb heute auch die brasilianische. Seine Freundin Maeshelle West-Davies interessiert das Spiel nicht wirklich. Die bunten Schuhe der algerischen Spieler sind für sie der Hingucker des Abends.

Zwei junge Frauen tragen schwarz-rot-goldene Haasenohren Foto: DW/Stefan Nöbel-Heise

Gemeinsam Spaß haben ist das Wichtigste beim Public Viewing

Daumendrücken für Algerien

Freistöße, Fouls, eine gelbe Karte. Die Partie lässt viele Fans die Haare raufen. Ayman Shaffouni versucht, die Nerven zu bewahren. Der 20-jährige Syrer ist erst seit fünf Monaten in Deutschland und möchte bald studieren. Seine Verwandtschaft ist noch in Syrien, er vermisst sie, fühlt sich hier aber willkommen. Heute hat er nur Augen für das Spiel: "Ich liebe Deutschland, aber mit Algerien verbindet mich ein wenig mehr. Dort hat die Revolution begonnen, die alle unsere Länder angesteckt hat. Deshalb bin ich heute für dieses wunderbare Land, auch wenn es keine großen Chancen hat." Er lächelt und hebt den Daumen zu einem jungen Mann, der nur wenige Meter entfernt eine große algerische Flagge schwenkt. Salome Krüger ist kein Algerier, die Flagge ist Teil seines Protestes. "Ich bin bei jedem Deutschlandspiel hier und schwenke immer die gegnerische Flagge. Damit will ich ein Zeichen gegen Nationalismus in der WM setzen." Sein Protest ist aber nicht ungefährlich. Als Ghana beim letzten Spiel gegen Deutschland führte, bekam er den Unmut einiger Fans zu spüren, und musste von vier Ordnern geschützt werden. Für die wenigen Algerienfans am heutigen Abend ist seine Flagge ein willkommenes Symbol.

Junge Familie, schlafendes Kind auf Schoß von Mutter, Vater hält kleine Algerien-Fahne in der Hand Foto: DW/Stefan Nöbel-Heise

Eine ganz besondere deutsch-algerische Fangemeinde: Familie Chennafi

Hochzeitstag zur WM

Das zähe Spiel der zweiten Halbzeit bietet wenig Grund zur Freude. Enttäuschung und Frust lassen sich in vielen Gesichtern ablesen. In einem Biergarten sitzen Christina und Atmane Chennafi. Das algerisch-deutsche Paar hat vor acht Jahren geheiratet, genau zur WM 2006, erzählt Christina mit einem Lächeln. Am Fußball fasziniert sie die internationale Bedeutung. "Wer jedoch gewinnt, ist mir jedoch egal". Ihr Ehemann Atmane wünscht sich jedoch einen Sieg Algeriens. "Sie müssen gewinnen, es ist schon toll, dass so ein Land so weit gekommen ist. Jetzt müssen wir nur noch gewinnen." Der gemeinsamen Tochter Zaina ist das Spiel reichlich egal, sie schläft bereits auf dem Schoß ihrer Mutter und verpasst so die entscheidenden Tore von Schürrle, Özil und auch Djabou in der Verlängerung.

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