Standpunkt

Kommentar: Trump macht China stark

Sage niemand, Donald Trump sei nicht erfolgreich. Er hat China in kurzer Zeit größer gemacht als es vielleicht jemals war, meint Peter Sturm von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

China Kushner Companies (picture-alliance/AP Photo)

Wenn der Klimawandel wirklich, wie Donald Trump in bekannt eigenwilliger Interpretation der realen Welt einmal sagte, eine Erfindung Chinas gewesen wäre, um den Vereinigten Staaten zu schaden, dann müsste man sagen, dass die "Erfinder" ziemlich erfolgreich gewesen wären. Denn es ist schon auffällig, dass sich alle Welt den "Erkenntnissen" des Mannes mit den überlangen Krawatten einfach verschließt.

Und das führt dazu, dass etwas eingetreten ist, was in Trumpscher Diktion das Urteil „großartiger, geradezu historischer Erfolg" verdient. Der amerikanische Präsident hat nämlich durch schlichte Ignoranz China größer gemacht als es vielleicht jemals zuvor war. Die Reaktion auf Trumps Entscheidung, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen, spricht jedenfalls Bände. Im Ton ist sie sachlich gehalten. Aber die Freude darüber, dass "das Ansehen der Vereinigten Staaten leiden" werde, ist unübersehbar. Und sie ist aus Sicht Pekings auch verständlich.

Sturm Peter Kommentarbild App PROVISORISCH (FAZ)

FAZ-Redakteur Peter Sturm

Trump hat sogar noch mehr erreicht. Es gehört nämlich eine ganze Menge dazu, die Bundeskanzlerin so weit zu bringen, dass sie nicht mehr jeden Eindruck zu vermeiden sucht, sie suche Verbündete gegen die Vereinigten Staaten. Widerspruch für ihre Haltung erntet Angela Merkel nicht einmal von überzeugten "Atlantikern" in der eigenen Partei, von der politischen Konkurrenz ganz zu schweigen.

Wie weit kann die Suche nach anderen Verbündeten gehen? Es ist jedenfalls eine Illusion, zu glauben, Europa könne die Präsidentschaft Trumps - die noch mehr als sieben Jahre dauern kann - einfach "aussitzen" und danach einfach da weitermachen, wo man am 19. Januar 2017 aufhören musste. Nein, die Welt dreht sich weiter. Und China ergreift beherzt die Chance, die der Washingtoner Egotrip ihm eröffnet.

Präsident Xi Jinping präsentiert sich als Verteidiger des Freihandels und als Klimaschützer. Die praktische Politik der Volksrepublik entspricht diesen schönen Worten durchaus nicht immer. Ausländische Unternehmer, denen der Marktzugang weiter verweigert wird, können davon ein Lied singen. Es kann, es sollte also keine Rede davon sein, dass China für Deutschland und Europa das neue Amerika wird. Aber allein die Tatsache, dass man das betonen muss, sollte die Besonnenen in Washington alarmieren. Dumm nur, dass gerade andere regieren.

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