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Machtkampf im Himalaya

5. Oktober 2002

Der König von Nepal hat die Regierung aufgelöst. Er begründete die Entscheidung mit dem Versuch von Ministerpräsident Scher Bahadur Deuba, die Parlamentswahlen um ein Jahr zu verschieben. Des Königs Vorwurf: Unfähigkeit.

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Nicht immer sind die Tische der Nepalesen so reich gedecktBild: Hartert

Über das Radio sprach König Gyanendra zu seinen Untertanen. Er forderte die Parteien auf, innerhalb von fünf Tagen Vorschläge für die Zusammensetzung einer Übergangsregierung zu machen. "Die neue Regierung wird für baldige Wahlen sorgen sowie Frieden und Sicherheit herstellen", sagte der König. Der ursprünglich vorgesehene Wahltermin 13. November könne jedoch nicht eingehalten werden.

Königliche Befehlsgewalt in Ausnahmefällen

Deuba erklärte, er werde sein Amt nicht aufgeben. Er habe auf Bitten aller politischen Parteien den König aufgefordert, die Wahl zu verschieben. Die Begründung für seine Entlassung sei nicht von der Verfassung gedeckt. Allerdings kann er die Entscheidung des Königs nicht vor Gericht anfechten. Es war das erste Mal seit der Ablösung der absoluten Monarchie durch ein Mehrparteiensystem im Jahr 1990, dass der König die gewählte Regierung entlässt.

Sher Bahadur Deuba in Katmandu
Ministerpräsident Sher Bahadur Deuba in KatmanduBild: AP

Der König hat normalerweise wenig Einfluss auf die Regierung. In Krisenzeiten kann er jedoch die Entscheidungen der Regierung aufheben und das Kabinett auflösen. Gyanendra kam erst im vergangenen Jahr auf den Thron, nachdem sein Bruder und acht weitere Mitglieder der Königsfamilie von Kronprinz Dipendra ermordet worden waren. (arn)