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Madagaskars Präsident bietet Referendum an

15. März 2009

Im Machtkampf auf Madagaskar will Präsident Marc Ravalomanana möglicherweise das Volk abstimmen lassen, um die politische Krise im Land zu überwinden. Diese hat bisher mehr als 135 Menschen das Leben gekostet.

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Marc Ravalomanana (Foto: AP)
Keine Angst vor Referendum: Präsident Marc Ravalomanana (Archivbild)Bild: AP

"Wir müssen demokratischen Prinzipien folgen", sagte Ravalomanana am Sonntag (15.03.2009) vor 5000 Anhängern vor dem Präsidentenpalast. Er habe keine Angst vor einer Abstimmung, falls diese notwendig sei.

Gleichzeitig lehnte Ravalomanana einen Rückzug von der Macht erneut entschieden ab. Er werde "niemals" zurücktreten, sagte Ravalomanana vor Journalisten. Oppositionsführer Andry Rajoelina hatte Ravalomanana am Samstag ein Ultimatum von "vier Stunden" für einen Machtverzicht gestellt.

Beten für die Rückkehr des Lichts

Der 34-jährige Rajoelina nahm am Sonntag begleitet von anderen Oppositionspolitikern an einem Gottesdienst auf einem Platz im Zentrum der Hauptstadt Antananarivo teil. Die rund 3000 Teilnehmer beteten für "ein Ende der Dunkelheit" und eine "Rückkehr des Lichts" nach Madagaskar. Rajoelina äußerte sich dabei nicht zu dem Machtkampf mit dem Staatschef.

Am Sonntagmorgen war die Lage in der Hauptstadt ruhig. Auf den Straßen Antananarivos waren keine Sicherheitskräfte zu sehen, wie AFP-Reporter berichteten. Am Samstag hatte Rajoelina erklärt, er habe das "Kommando" über die Armee im ganzen Land übernommen und erteile die Befehle. Bis zum Sonntagnachmittag (Ortszeit) gab es vom Militär keine Bestätigung, dass es nun unter dem Befehl Rajoelinas stehe. Beobachter hielten es aber für möglich, dass die traditionell neutrale Armee den Präsidenten nicht mehr unterstützt. (je)