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Maler Gotthard Graubner tot

25. Mai 2013

Seine Bilder hängen im Bundestag und im Schloss Bellevue. Graubner war berühmt für seine "Farbraumkörper". Jetzt ist der Künstler an seinem Wohnort Neuss gestorben.

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Der Maler Gotthard Graubner mit Bart und Hut (Foto: dpa)
Bild: picture-alliance/dpa

Gotthard Graubner starb bereits am Freitag (24.05.2013) im Alter von 82 Jahren, wie die Stiftung Hombroich mitteilte. Graubner war bekannt für seine riesigen abstrakten Farbflächen, die er selbst Farbraumkörper nannte. Seine Bilder hängen im Bundestag und im Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten.

Der Künstler wurde 1930 in Erlbach im Vogtland geboren. Nach seiner Ausbildung an der Meisterschule für Textilindustrie in Plauen und an der Staatlichen Kunstakademie Dresden übersiedelte er 1954 nach Westdeutschland. Seine erste Ausstellung bekam er 1960 bei dem legendären Düsseldorfer Galeristen Alfred Schmela. 1968 und 1977 nahm er an der Documenta in Kassel teil, 1982 vertrat er die Bundesrepublik Deutschland bei der Biennale in Venedig. Von 1976 bis 1992 war er Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf.

Der Düsseldorfer Künstler Gotthard Graubner steht zwischen einigen seiner zu gigantischen Kissen gewölbten Farbraumkörper Foto: dpa)
Graubner zwischen einigen seiner FarbraumkörperBild: picture-alliance/dpa

Wie ein Impressionist um 1900

Ab 1982 gestaltete er zusammen mit dem Kunstsammler Karl-Heinrich Müller die Museumsinsel Hombroich. Gemeinsam entwarfen sie das Konzept, das vor allem auf den verschiedenen Pavillons und der Form eines Labyrinths beruht. Auf der Insel arbeitete Graubner bis zuletzt in seinem Atelier.

Seine Werke befinden sich heute in Privatsammlungen und Museen. Im großen Saal im Schloss Bellevue schuf Graubner auf Wunsch des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zwei in den Raum gewölbte Farbkissen mit dem Titel "Bewegungen". Im Reichstag ist er mit einem "Kissenbild" vertreten.

Seine überwiegend in warmen strahlenden Farben gestalteten Bilder trugen zur Popularität seiner Kunst bei. Zudem gab Graubner sich - ähnlich wie Josef Beuys – ein unverwechselbaren Aussehen: Mit langem Bart, Hut, Weste und Taschenuhr wirkte er wie ein impressionistischer Maler aus der Zeit um 1900.

gmf/det (dpa, epd)