Deutschland

Mehrere Tote durch Sturmtief "Xavier" in Norddeutschland

Orkanartige Sturmböen, Regen und deutlich sinkende Temperaturen: "Xavier" brachte Chaos und Verwüstung über die nördlichen deutschen Bundesländer. Auf vielen Bahnstrecken wurde der Verkehr komplett eingestellt.

Deutschland Sturmtief Xavier (picture alliance/dpa/M. Gambarini)

Mindestens sieben Menschen kamen durch das Unwetter ums Leben. In Hamburg wurde eine Frau in einem Auto von einem Baum erschlagen. In Neu-Karstädt in Mecklenburg-Vorpommern verlor ein Lastwagenfahrer auf der Bundesstraße 191 sein Leben, als ein Baum das Führerhaus durchschlug, wie die Polizei mitteilte. Nahe Gransee nördlich von Berlin fiel ein Ast in eine Windschutzscheibe, dabei kam ein Mann zu Tode. Eine Frau starb, als sie ebenfalls bei Gransee mit ihrem PKW in einen Graben fuhr, wo sie von einem Baum erschlagen wurde. Auch zwei weitere Autofahrer und ein Fußgänger zählen zu den Todesopfern in Brandenburg.

In Hannover meldeten die Rettungskräfte Notlagen wegen Bäumen auf den Straßen und wegen abgerissener Dachverkleidungen. Ein Ast durchschlug die Windschutzscheibe eines fahrenden Autos. Auf der Autobahn 31 kippte ein LKW-Anhänger bei voller Fahrt um, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtete. In Wilhelmshaven wurde ein 1000 Tonnen schwerer Hafenkran aus den Schienen gehoben und versank in der Jade.

Deutschland Sturmtief Xavier (picture-alliance/dpa/C. Gateau)

Baum umgestürzt in Hamburg-Horn: Kaum Überlebenschancen

Die Hamburger Feuerwehr forderte die Bevölkerung der Hansestadt auf, wegen des Sturms nicht aus dem Haus zu gehen. "Warnung für Hamburg. Halten Sie sich aktuell nicht im Freien auf, bleiben Sie im geschützten Bereich", twitterten die Helfer. Ein Sprecher berichtete von mehr als 800 Einsätzen, oft auch wegen eingeklemmter Personen und umherfliegender Bäume und Dächer.

Die Feuerwehr in Berlin rief nach 50 Notrufen innerhalb einer Stunde den Notstand aus. 400 zusätzliche freiwillige Helder wurden mobilisiert.

Für Hamburg, Niedersachsen sowie Teile Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns galt eine Unwetterwarnung. Es wurde mit Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 Kilometern pro Stunde (Windstärke 11) gerechnet, in exponierten Lagen an der Nordseeküste sogar bis 120 Kilometern pro Stunde.

Verkehrschaos 

Der Bahnverkehr wurde in weiten Bereichen lahmgelegt. Auch auf den Fernverkehrsstrecken Berlin-Hannover und Berlin-Hamburg rollten zunächst keine Züge mehr. Man wolle so vermeiden, dass Züge auf offener Strecke liegenbleiben, teilte die Deutsche Bahn mit. Komplett eingestellt wurde der Bahnverkehr in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen und auch der S-Bahn-Verkehr in Hamburg. Ursache waren auf die Gleise oder in die Oberleitungen gewehte Bäume. Die S-Bahn fuhr nicht mehr zum Airport.

Deutschland Sturmtief Xavier (picture-alliance/dpa/M. Assanimoghaddam)

Verladekran stürzte in das Jade-Fahrwasser. Gesamtschaden rund eine Million Euro.

Auch auf den Berliner Flughäfen war "Xavier" zu spüren. Schönefeld und Tegel stellten vorübergehend die Abfertigung ein. Passagiere in gelandeten Maschinen mussten aus Sicherheitsgründen vorerst in den Flugzeugen bleiben, sagte ein Flughafensprecher.

"Sprunghaft ansteigende Winde"

"Anders als bei einem Orkantief wird der Wind heute sprunghaft ansteigen", hatte Kent Heinemann vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation im NDR gewarnt. Genau das mache "Xavier" so gefährlich. "Weil die Bäume noch viel Laub tragen, bietet sich dem Wind eine große Angriffsfläche."

Deutschland Sturmtief Xavier auf Norderney (picture-alliance/dpa/V. Bartels)

Sturm und Regen über der Strandpromenade von Norderney

Teure Überschwemmungen 

Die Höhe der Versicherungsschäden durch Starkregen hat sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr fast verzehnfacht. Die Überschwemmungsschäden lagen bei 940 Millionen Euro, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit. Demnach waren es 2015 nur 100 Millionen Euro. Damit ist 2016 eines der Jahre mit den höchsten Überschwemmungsschäden. Nur die Hochwasserkatastrophen von 2002 (1,8 Milliarden Euro) und 2013 (1,65 Milliarden Euro) seien teurer gewesen.

SC/cgn/jj (dpa, rtr, NDR)

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