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Met feuert James Levine

13. März 2018

Er gilt als einer der besten Dirigenten der USA - und er soll junge Musiker sexuell missbraucht haben. Die weltberühmte Metropolitan Opera wird ihre Zusammenarbeit mit Levine deshalb nicht mehr fortsetzen. Endgültig.

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James Levine
Bild: Reuters/Metropolitan Opera/Koichi Miura

Eine Untersuchung habe "glaubhafte Beweise" zutage befördert, dass James Levine sich sowohl vor als auch während seiner Arbeit für die Met des sexuellen Missbrauchs und der Belästigung schuldig gemacht habe, erklärte die Metropolitan Opera in New York. Sein Verhalten habe sich vor allem gegen junge Künstler gerichtet, die am Anfang ihrer Karriere gestanden hätten. Die Zusammenarbeit mit dem Dirigenten werde beendet, auch der Titel Musikdirektor Emeritus werde Levine entzogen.

Im Rahmen der Untersuchung seien mehr als 70 Menschen befragt worden, erläuterte die Met. Vorwürfe und Gerüchte, wonach Verantwortliche des renommierten Opernhauses Informationen über den Dirigenten zurückgehalten hätten, seien aber unbegründet, fügte sie hinzu.

Ende einer langen Karriere

Die Metropolitan Opera hatte die Zusammenarbeit mit dem 74-Jährigen bereits im Dezember ausgesetzt, nachdem erste Vorwürfe öffentlich geworden waren. Der 1943 in Cincinnati/Ohio geborene Levine war 40 Jahre lang Musikdirektor des Orchesters der Met. 2016 ging er wegen einer Parkinson-Erkrankung in Rente, arbeitete aber weiter am Opernhaus.

Metropolitan Opera in New York
Der Konzertsaal der MetBild: picture alliance/dpa/Metropolitan Opera/J. Tichler

Die "New York Times" und die "New York Post" hatten Ende vergangenen Jahres berichtet, Levine habe einen Jugendlichen ab 1985 jahrelang sexuell missbraucht. Der Missbrauch habe bis 1993 angedauert und das heute 48-jährige Opfer fast in den Suizid getrieben. Drei weitere Männer erklärten ebenfalls öffentlich, von Levine sexuell missbraucht worden zu sein. Er selbst bestreitet die Vorwürfe.

wa/cgn (afp, dpa)