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Neuer Fall von Polizeigewalt sorgt für Empörung

7. November 2015

In den USA sind zwei Polizisten verhaftet worden. Sie sollen ein Kind erschossen und dessen unbewaffneten Vater schwer verletzt haben. Die Aufnahmen des Vorfalls sind nach Ermittlerangaben verstörend.

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Symbolbild Polizeiauto: (Foto: getty Images, AFP)
Bild: Getty Images/AFP/K. Bleier

In den USA sind zwei Polizisten verhaftet worden, die bei einer Fahrzeugkontrolle einen sechs Jahre alten Jungen erschossen haben sollen. Den Beamten werde Mord und versuchter Mord vorgeworfen, teilte Michael Edmonson von der Polizei im US-Staat Louisiana mit. Der Vater des Jungen - beide Weiße - wurde bei dem Schusswaffeneinsatz lebensgefährlich verletzt.

Polizisten eröffnen Feuer bei Fahrzeugkontrolle

Der brutale Vorfall ereignete sich am Dienstag in Marksville bei Alexandria, die Polizei ging nun damit an die Öffentlichkeit. Die beiden Polizisten sollen nach einer versuchten Fahrzeugkontrolle in ein stehendes Auto gefeuert und den Jungen Jeremy Mardis auf dem Beifahrersitz fünf Mal in den Kopf und in die Brust getroffen haben. Auch der Vater, der hinter dem Steuer saß, wurde getroffen.

Die Ermittler haben die Aufnahmen der Kameras ausgewertet, die die Polizisten am Körper trugen, Zeugen befragt und auch die Notrufe ausgewertet. Die Kamera-Aufnahmen von dem Vorfall seien "die verstörendste Sache, die ich je gesehen habe", sagte Edmonson.

Auch zwei weitere Polizisten involviert

Ermittler berichteten dem Fernsehsender WBRZ TV, dass insgesamt vier Polizisten versucht hätten, den Vater in seinem Auto zu kontrollieren. Dieser habe daraufhin in einer Sackgasse zurückgesetzt und sei auf die Polizisten zugefahren, die dann das Feuer eröffnet hätten. Auch die zwei anderen Polizisten, die an dem Einsatz beteiligt waren, wurden suspendiert. Der Vater war demnach nicht bewaffnet, auch in dem Fahrzeug wurden keine Waffen gefunden.

In den USA sorgen immer wieder Polizeieinsätze für Entsetzen, bei denen auch Minderjährige und unbewaffnete Bürger erschossen werden. Besonders häufig sind Schwarze die Opfer, weshalb der Polizei wiederholt Rassismus vorgeworfen wurde. Der sechsjährige Junge war nach Angaben der Zeitung "Washington Post" das bisher jüngste Opfer von Polizeigewalt in den USA in diesem Jahr.

chr/wl (afp, new york times)