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Politik

Nordkorea: Flugabwehr-Raketen in Massen

28. Mai 2017

Trotz Trump und UN-Unwillen zieht das kommunistische Regime in Pjöngjang sein Raketenprogramm weiter durch: Nun sollen mit einer neuen Flugabwehr-Rakete "die wilden Träume des Feindes vereitelt werden".

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Start einer nordkoreanischen Mittelstreckenrakete vom Typ Pukguksong-2 (Foto: picture-alliance/dpa/-/yonhap)
Dieses im Februar veröffentlichte Foto zeigt die nordkoreanische Mittelstreckenrakete Pukguksong-2Bild: picture-alliance/dpa/-/yonhap

Der nordkoreanische Präsident Kim Jong Un hat nach einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA die Massenproduktion und Stationierung einer neuen Flugabwehr-Rakete angeordnet. Der Staatschef habe Tests des neuen Systems persönlich überwacht und nun Herstellung und Stationierung beschlossen, "um die wilden Träume des Feindes zu vereiteln, den Luftraum zu beherrschen und mit Luftüberlegenheit und Waffen-Allmacht anzugeben", hieß es in einer KCNA-Meldung.

Kim: Alle Probleme "perfekt behoben"

Die neue Flugabwehrwaffe könne "unterschiedliche Ziele, die aus allen Richtungen angeflogen kommen, erkennen und angreifen". KCNA nannte weder das Datum noch den Ort des Tests. Die Waffe war dem Bericht zufolge erstmals im April vergangenen Jahres getestet worden. Alle Probleme seien seitdem "perfekt behoben" worden, sagte Kim laut KCNA nach dem neuen Test. Die Lokalisierung von Zielen sei "deutlich verbessert" worden und auch die Treffsicherheit habe sich erhöht. Der Machthaber äußerte demnach den Wunsch, die Waffe "in Serie zu produzieren und wie Wälder im ganzen Land aufzustellen".

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bei einer Militärparade in der Hauptstadt Pjöngjang (Foto: picture-alliance/dpa/W. Maye-E)
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bei einer Militärparade im April in der Hauptstadt Pjöngjang Bild: picture-alliance/dpa/W. Maye-E

Das isolierte kommunistische Land hatte erst am vergangenen Montag erklärt, es habe eine ballistische Mittelstreckenrakete erfolgreich getestet und zur Serienreife gebracht.

Trump: Nordkorea ein "Weltproblem"

Mit zahlreichen Raketen- sowie zwei Atomwaffentests seit Anfang vergangenen Jahres hat Nordkorea wiederholt gegen UN-Resolutionen verstoßen. Die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA nehmen deshalb seit Monaten zu. Zuletzt bezeichnete US-Präsident Donald Trump beim G7-Gipfel in Italien Nordkorea als "Weltproblem", das gelöst werde. In ihrer Abschlusserklärung forderten die sieben führenden westlichen Industriestaaten das Regime in Pjöngjang auf, seine Atom- und Raketenprogramme "vollständig, nachprüfbar und unumkehrbar" zu stoppen. Die Weltgemeinschaft wurde aufgerufen, ihre Anstrengungen zur Umsetzung entsprechender UN-Resolutionen zu "verdoppeln". Mehrere UN-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test von Raketen, die je nach Bauart auch Atomsprengköpfe tragen können.

Trump schließt einen Militärschlag gegen das ostasiatische Land nicht aus. Angesichts der zunehmenden Spannungen wollen die USA das Abfangen einer Interkontinentalrakete testen. Laut Verteidigungsministerium ist dieser Test für den kommenden Dienstag geplant. Die Interkontinentalrakete wird demnach von den Marshallinseln im Pazifik aus abgefeuert. Abgefangen werden soll sie durch das Abwehr-System auf der US-Luftwaffenbasis Vandenberg in Kalifornien.

sti/ust (afp, dpa, rtr)