Palästinenser beginnen ″Marsch der Rückkehr″ | Aktuell Nahost | DW | 30.03.2018

Israel-Palästina-Konflikt

Palästinenser beginnen "Marsch der Rückkehr"

Tausende Palästinenser im Gazastreifen haben am Freitag mit den Protesten für eine Rückkehr in ihre alte Heimat begonnen. Israel spricht von einer "gefährlichen Provokation". Es gab schon einen Toten.

Tausende Palästinenser kommen zum Marsch der Rückkehr (Getty Images/AFP/M. Hams)

Mit der Aktion pocht die Hamas auf ein "Recht auf Rückkehr" für palästinensische Flüchtlinge und ihre Nachkommen in das Gebiet des heutigen Israels.  "Wir betonen, dass dieser Marsch friedlich ist", sagte das führende Hamas-Mitglied Chalil al-Haja über den Protest. Deswegen würden auch Frauen und Kinder teilnehmen.

Das israelische Außenministerium kritisierte die Hamas: "Die Kampagne, die von der palästinensischen Führung organisiert wird, ist in Wirklichkeit eine gefährliche, vorsätzliche Provokation, um die Flammen des Konflikts anzufachen und die Spannungen zu erhöhen." Israels Sicherheitsapparat rechnet mit breiter Beteiligung bei den geplanten Kundgebungen und rüstet sich für eventuelle Versuche, die Grenzanlagen zu überwinden.

Israel fürchtet gewalttätige Ausschreitungen

Die israelische Armee teilte zudem mit, die Palästinensergebiete während des jüdischen Pessach-Festes abzuriegeln. Von Donnerstagnacht an könnten Palästinenser neun Tage lang nur etwa in humanitären Notfällen das Westjordanland und den Gazastreifen verlassen, sagte eine Sprecherin. Israel begründet solche Maßnahmen grundsätzlich mit Sicherheitsinteressen.

In der Nacht kam es zu einem Zwischenfall im südlichen Teil des Gazastreifens. Dabei wurde ein Mann getötet, ein weiterer verletzt. Die israelische Armee teilte mit, ein Panzer habe in der Nacht das Feuer auf zwei Verdächtige eröffnet, die sich dem Sicherheitszaun genähert hätten. Der Armee seien die Berichte über einen getöteten Palästinenser bekannt. 

Die USA, die EU und Israel stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Das Auswärtige Amt forderte in einer Sicherheitsinformation dazu auf, in den kommenden Tagen die Grenzregion zum Gazastreifen zu meiden. Auch in der Altstadt von Jerusalem werde zu erhöhter Vorsicht geraten, hieß es in der Mitteilung. Von Besuchen des Tempelbergs und seiner Umgebung werde am Karfreitag abgeraten.

Immer wieder Proteste gegen israelische Besatzer

Die Proteste sollen bis zum 15. Mai dauern. Anlass sind Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung Israels. Die Palästinenser begehen den 15. Mai als Nakba-Tag (Tag der Katastrophe), weil im ersten Nahost-Krieg 1948 rund 700.000 Palästinenser flohen oder vertrieben wurden.

Israel Unabhängigkeitskrieg1948 flüchtende Palästinenser (picture-alliance/CPA Media)

Etwa 80 Prozent der arabischen Bevölkerung mussten das Land während des ersten Nahostkrieges 1948 verlassen

Am 14. Mai wollen die USA zudem die US-Botschaft in Jerusalem eröffnen. US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember die einseitige Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt verkündet. Daraufhin kam es zu Unruhen in den Palästinensergebieten.

Bereits in den vergangenen Jahren kam es am 30. März zu Protesten in den Palästinensergebieten. Am "Tag des Bodens" gedenken die Palästinenser massiver Landenteignungen und sechs israelischer Araber, die am 30. März 1976 in dem Ort Sachnin von der israelischen Polizei getötet wurden. Sie hatten gegen die Beschlagnahmung arabischen Bodens protestiert.

jv/haz (dpa, epd)

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