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Politik

"Polizei überall, Gerechtigkeit nirgends"

19. März 2017

Französischen Polizisten wird immer wieder vorgehalten, insbesondere gegen junge Männer aus Einwandererfamilien äußerst hart vorzugehen. Dagegen regt sich zunehmend Widerstand.

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Demonstration gegen Polizeigewalt in Paris
Bild: Reuters/G. Fuentes

Tausende Menschen sind in Paris auf die Straße gegangen, um gegen Polizeigewalt und Straffreiheit für Polizisten in Frankreich zu protestieren. Die Demonstranten folgten dem Aufruf von Gewerkschaften, antirassistischen Organisationen, Menschenrechtsgruppen und linken Parteien. Die Behörden zählten bis zu 7500 Teilnehmer, die friedlich durch die französische Hauptstadt zogen - vom Platz der Nation im Osten bis zum Platz der Republik im Zentrum von Paris.

"Kein Vergeben, kein Vergessen"

Während des gesamten Marschs waren Parolen zu hören wie "Polizei überall, Gerechtigkeit nirgends" oder "Zyed, Bouna, Théo und Adama - kein Vergeben, kein Vergessen". Die beiden 15 und 17 Jahre alten Schüler Bouna und Zyed waren 2005 bei einer Verfolgungsjagd durch die Polizei im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois in einem Transformatorenhäuschen gestorben. Der 24-jährige Adama starb vergangenes Jahr in Polizeigewahrsam in der Banlieue Beaumont-sur-Oise, nachdem er Widerstand gegen die Festnahme seines Bruders geleistet hatte.

Demonstration gegen Polizeigewalt in Paris
"Gerechtigkeit und Würde" für Opfer von PolizeigewaltBild: Reuters/G. Fuentes

Zuletzt hatte die brutale Festnahme eines Schwarzen in der Pariser Vorstadt Aulnay-sous-Bois zu nächtelangen Ausschreitungen geführt. Der 22 Jahre alte Théo wurde schwer verletzt, als ihm ein Polizist einen Schlagstock in den After rammte, woraufhin er für längere Zeit ins Krankenhaus musste.

Störer attackieren Polizisten

Gegen Ende der Demonstration störten etwa tausend vermummte Jugendliche den bis dato friedlichen Verlauf derselben. Sie warfen Wurfgeschosse und Brandbomben in Richtung Polizisten. Die Schaufenster von fünf Banken gingen zu Bruch, zwei Gendarmen wurden leicht verletzt. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Elf Menschen wurden festgenommen, wie die Polizeipräfektur am Abend mitteilte.

wa/ml (afp)