Russland/Saudi-Arabien

Putin empfängt erstmals saudi-arabischen König Salman

Eigentlich sind die USA der traditionelle Verbündete Saudi-Arabiens. Der Besuch von König Salman in Moskau könnte nun ein neues Kapitel der Politik Riads aufschlagen.

Russland Besuch saudischer König Salman bin Abdulaziz Al Saud (Getty Images/AFP/A. Nikolsky)

König Salman ist der erste saudische Monarch, der Russland besucht. Dementsprechend betonte Kremlchef Wladimir Putin die historische Bedeutung des Staatsbesuchs. "Dies allein ist ein sehr gewichtiges Ereignis", sagte Putin.

Dabei bekräftigte Putin seinen Willen zur Zusammenarbeit in Nahost. Das Treffen gebe den bilateralen Beziehungen einen starken Impuls, sagte Russlands Präsident. König Salman betonte, dass Saudi-Arabiens und Russlands Sicht auf regionale Fragen in vielem übereinstimmten.

Mit Blick auf Moskaus Rolle im Syrienkrieg werteten Experten im Vorfeld die Gespräche als klare Untermauerung von Russlands Anspruch als Gestaltungsmacht im Nahen Osten.

Beobachter sehen die Bedeutung indes vor allem darin, dass Saudi-Arabien zwar traditionell sehr eng mit den USA zusammenarbeitet, sich nun aber Russland zuwendet. Der steigende Einfluss Moskaus in der Arabischen Welt lässt Riad nach alternativen Partnern suchen.

"USA ziehen sich zurück"

Der russische Experte Juri Barmin brachte den Besuch Salmans daher auch mit dem wachsenden Einfluss Russlands und des Irans in Nahost sowie dem sinkenden Engagement der USA in Verbindung. "Die Amerikaner haben ihren Rückzug aus dem Nahen Osten begonnen, und das ist spürbar", sagte er der Zeitung "Nesawissimaja Gaseta". Im Gegenzug gewinne der Iran an Einfluss in der Region. "Die Führung in Saudi-Arabien ist sich im Klaren, dass niemand außer Russland ihr helfen kann, den Einfluss des Irans auszugleichen", sagte er.

Waffenhandel geplant

Russischen Agenturen zufolge unterschrieben die Delegationen ein Memorandum über den möglichen Verkauf russischer Waffen an Riad. Russland will zudem Saudi-Arabien beim Aufbau der Rüstungsindustrie helfen. Eine entsprechende Absichtserklärung sei unterzeichnet worden, erklärten staatliche saudische Stellen.

Die Vereinbarung mit dem russischen Rüstungskonzern Rosoboronexport stehe im Zusammenhang mit Käufen unter anderem des Flugabwehrsystems S-400, der Panzerabwehrrakete "Kornet" und von Raketenwerfern des Typs TOS-1A. Zum Volumen der Verträge wurden keine Angaben gemacht.

Traditionell erhält Saudi-Arabien umfangreiche Rüstungslieferungen aus westlichen Staaten. So belief sich das Volumen der Waffengeschäfte mit den USA zuletzt auf mehr als 90 Milliarden Euro. 

Knackpunkt Iran

Dass aber auch das saudisch-russische Verhältnis nicht frei von Spannungen ist, verdeutlichte eine scharfe Warnung an den Iran. Die Führung in Teheran dürfe die Lage im Bürgerkriegsland Jemen nicht destabilisieren, sagte Salman. Der Iran ist ein enger Verbündeter Russlands und unterstützt gemeinsam mit Moskau die syrische Führung im Bürgerkrieg militärisch. Die Saudis unterstützen dagegen Rebellengruppen in Syrien. In der gesamten Region ringen das sunnitisch dominierte Saudi-Arabien und der schiitisch geprägte Iran als Rivalen um die Vorherrschaft.

Die Ölproduktion ist das wirtschaftliche Standbein Saudi-Arabiens(Reuters/Ali Jarekji)

Die Ölproduktion ist das wirtschaftliche Standbein Saudi-Arabiens

Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, der Besuch des Königs werde keinen Einfluss auf die Beziehungen Russlands zum Iran haben. Die Politologin Marianna Belenkaja hält die Kooperation mit Saudi-Arabien daher zwar für pragmatisch, aber auch für fragil. "Die Annäherung zwischen Moskau und Riad resultiert vor allem aus der Überschneidung politischer Interessen. Wenn diese Interessen wieder auseinandergehen, kann sie sofort wieder beendet sein", schrieb sie.

Als pragmatisch wurde auch die Zusammenarbeit zwischen Moskau und Riad im Ölsektor bewertet. Saudi-Arabien als größter Produzent in der Organisation erdölfördernder Länder (OPEC) und Russland als wichtigstes Nicht-OPEC-Mitglied hatten Anfang des Jahres eine Drosselung der Förderung beschlossen, um die Preise zu stabilisieren. König Salman lobte die Einigung mit Russland. Sie helfe auch der Weltwirtschaft, sagte er. Zusammen sind Russland und Saudi-Arabien für 25 Prozent der weltweiten Ölproduktion verantwortlich. Eine große Wirtschaftsdelegation begleitete den König nach Russland.

cgn/jj (afp, dpa, rtr)

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