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Chinas Börsenboom

18. September 2007

Das zweitgrößte chinesische Finanzinstitut, die China Construction Bank, will neue Aktien ausgeben. Die Nachfrage ist so hoch wie nie. Shanghais Börse boomt und Experten fürchten eine Spekulationsblase.

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Die China Construction Bank in Schanghai, Foto: AP
Begehrt: Anteile an der China Constuction BankBild: AP
Chinesischer Investor an der Schanghaier Börse, Foto: AP
Investitionsmöglichkeiten durch die rasant wachsende WirtschaftBild: AP

In China steht gemessen an der Zeichnungssumme der größte Börsengang des Landes an. Für den IPO (Initial Public Offering) des nach Bilanzsumme zweitgrößten chinesischen Finanzinstituts, die China Construction Bank (CCB) haben Anleger Aktien im Wert von umgerechnet 300 Milliarden Dollar gezeichnet, wie die Agentur Reuters am Dienstag (18.09.2007) berichtete. Damit übertraf die Bank die bisherige Rekordzeichnungssumme von 250 Milliarden Dollar, die die Bank of Beijing Anfang des September verzeichnete.

Die CCB gehört zu den vier großen Staatsbanken in der Volksrepublik und ist dort führend bei Immobilienkrediten und Hypotheken. Gewinne der Bank hätten in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 47 Prozent zugelegt, berichtete die "Shanghai Daily". Der Anteil "fauler" Kredite am Gesamtkreditvolumen gilt mit weniger als drei Prozent als am niedrigsten unter den großen Staatsbanken.

Shanghais Börse boomt

Wertpapiere der CCB werden bereits seit 2005 an der Börse von Hongkong gehandelt. Die Bank hatte von der chinesischen Börsenaufsicht Anfang September grünes Licht für die Mehrausgabe ihrer Papiere erhalten.

Der nächste Mega-Börsengang ist bereits in Sichtweite: Shenhua Energy hat ebenfalls die behördliche Zulassung für seine Börsenpläne in Shanghai erhalten, mit denen der größte Kohlekonzern des Landes rund neun Milliarden Dollar einnehmen möchte.

Börsengang der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), Foto: AP
Erfolgreicher Börsengang: Die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC)Bild: AP

Vor der CCB hatten im vergangenen Jahr bereits die Bank of China und die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) erfolgreiche Börsengänge auf dem Festland absolviert. Im Oktober hatte die ICBC bei ihren zeitgleichen Börsengängen in Shanghai und Hongkong rund 22 Milliarden Dollar eingenommen und hält damit den weltweiten Rekord bei Neuemissionen.

Platzt die spekulative Blase?

In den vergangenen acht Monaten haben sich die Kurse am Aktienmarkt in Shanghai verdoppelt, weil die Anleger enorme Investitionsmöglichkeiten in der rasant wachsenden Wirtschaft sehen und deshalb stark in den Aktienmarkt investieren. Zahlreiche weitere Banken und andere Firmen stürmen nun an die Börse und wollen von den Kursgewinnen profitieren. Experten warnen vor einer Spekulationsblase, die platzen könnte, falls etwa Investmentfonds ihre Mittel abrupt abziehen. (ina)