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Südsudan zieht Truppen aus umstrittener Ölregion ab

20. April 2012

Mit der von Präsident Kiir verkündeten Entscheidung ist die Gefahr einer Ausweitung des Konflikts mit dem Sudan vorerst gebannt. Doch das Ölfeld Heglig ist wirtschaftlich bedeutend, weitere Gewalt damit voprogrammiert.

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Süd-Sudans Präsident Salva Kiir (Foto: picture-alliance/dpa)
Bild: picture-alliance/dpa

Erst vor einer Woche hatten südsudanesische Truppen die Stadt Heglig im umstrittenen ölreichen Grenzgebiet zum Sudan besetzt. Jetzt befahl der Präsident des erst 2011 gegründeten Staates, Salva Kiir, seinen Truppen den Abzug. Ziel sei es, Verhandlungen zu ermöglichen, hieß es. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Sudan und den Südsudan zum Dialog im Streit um ihr umkämpftes Grenzgebiet aufgefordert. Die beiden Ländern sollten unter Vermittlung der Afrikanischen Union sofort wieder Verhandlungen aufnehmen, sagte Ban nach Angaben des stellvertretenden UN-Sprecher Eduardo del Buey.

Nach südsudanesischen Luftangriffen hatte der Sudan am Mittwoch seine Drohungen deutlich verschärft: Präsident Omar al-Baschir sagte in offener Feindschaft, er wolle den Südsudan von seiner Regierung "befreien". Es handele sich "um Insekten, die man vernichten müsse". Der Vizepräsident des Südsudan, Riek Machar, rief daraufhin die Jugend seines Landes auf, in die Armee einzutreten, um die Grenzen zu sichern. Uganda hatte dem Süden für den Kriegsfall bereits Unterstützung zugesichert.

Sudans Staatschef Omar al-Bashir (Foto: dpa)
Der Gegenspieler des südsudanesischen Präsidenten Kiir: Sudans starker Mann Al-BashirBild: picture-alliance/dpa

US-Präsident Barack Obama forderte die Konfliktparteien zu einer politischen Lösung auf. "Die Präsidenten des Sudan und des Südsudan müssen den Mut haben, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und friedlich über diese Angelegenheiten sprechen", sagte er in einer Videobotschaft an die Völker beider Länder. Sämtliche Militäraktionen müssten beendet werden.

Heglig produziert Hälfte des sudanesischen Öls

In Heglig wird die Hälfte des sudanesischen Öls gefördert. Der Status des Gebiets ist ungeklärt. Beide Länder erheben Anspruch auf die Ölfelder, die im Moment dem Sudan zugeordnet sind. Wegen der großen Vorkommen liegen die beiden Staaten seit Monaten im Streit. Die größten Ölfelder liegen im Südsudan, der aber wiederum die Pipelines im Norden für den Export braucht.

Die Unabhängigkeit des Südsudan am 9. Juli 2011 sollte der Schlusspunkt eines Friedensprozesses sein - nach zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg zwischen dem islamisch-arabisch geprägten Norden und dem Süden, wo viele Menschen Christen sind oder indigenen Religionen angehören.

sti/hp/gri (afp, dapd, dpa, epd, rtr)