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Spaniens Liga weist Neymar-Millionen zurück

3. August 2017

Eigentlich ist bis auf die Unterschrift alles geklärt, doch der Rekordtransfer von Neymar vom FC Barcelona zu Paris St. Germain bekommt eine neue Wendung. Die spanische Liga akzeptiert die hohe Ablösesumme nicht.

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Olympia 2016 Brasilien gegen Südafrika
Bild: Reuters/U. Marcelino

Der Rekordtransfer von Superstar Neymar zu Paris St. Germain könnte sich möglicherweise verzögern. Die spanische Liga weigerte sich am Donnerstag, die festgeschriebene Ablöse in Höhe von 222 Millionen Euro für den Star des FC Barcelona zu akzeptieren. "Wir können bestätigen, dass die Rechtsvertreter des Spielers La Liga kontaktiert haben, um die Summe zu bezahlen. Dies wurde verweigert", sagte ein Liga-Sprecher der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Statt einer erwarteten Bekanntgabe des teuersten Transfers in der Geschichte des Fußballs blockiert La Liga den Wechsel. Der Vorwurf: Verstoß gegen das Financial Fairplay. Neymars Anwälte mussten unverrichteter Geschäfte die Zentrale wieder verlassen. Was das nun zu bedeuten hat, blieb zunächst unklar. Ob der Wechsel, der nur noch eine Formsache schien, nachdem sich Neymar am Mittwoch bereits von seinen Teamkollegen verabschiedet hatte, nun sogar zu platzen droht, ist zumindest zweifelhaft. 

Laut der spanischen Tageszeitung "Marca" werden Neymar und PSG nun den Weltverband FIFA einschalten, um den Wechsel vorläufig über die Bühne zu bringen. Für Paris beginnt bereits am Samstag die neue Saison. Laut "Marca" wird die Entscheidung der Liga keinen Einfluss auf den Transfer haben.

UEFA: "Vorab kein Urteil"

Liga-Boss Javier Tebas hatte bereits am Mittwoch Widerstand angekündigt. "Wir werden das Geld eines solchen Klubs wie PSG nicht akzeptieren. Dieser Klub bricht Regeln und Gesetze, nämlich das Financial Fairplay der Europäischen Fußball-Union (UEFA) und deren Gesetze sowie die Wettbewerbsregeln aus der Schweiz", hatte Tebas erklärt.

Die UEFA zögert mit einer Bewertung des sich anbahnenden Mega-Transfers und sieht vorerst keinen Bruch seines Finanzkontrollsystems Financial Fair Play (FFP). Man werde sich die "Details dieses Transfers ansehen" um sicherzustellen, dass sich PSG regelkonform verhalte, teilte die UEFA auf Anfrage mit. Der Neymar-Transfer werde über mehrere Jahre Auswirkungen auf die PSG-Finanzen haben, allerdings könne vorab kein Urteil gefällt werden, da Paris mehrere Spieler für einen "signifikante" Summe veräußern könne.

Abschied von den Kollegen

Neymar hatte seine Kollegen um den Argentinier Lionel Messi und den deutschen Nationaltorwart Marc-André ter Stegen am Mittwoch über den unmittelbar bevorstehenden Wechsel informiert. Der Brasilianer habe sich auf dem Trainingsgelände in Barcelona von allen verabschiedet und sei danach wieder weggefahren, hieß es. Der spanische Klub teilte lediglich mit, Neymar habe am Training am Mittwochvormittag nicht teilgenommen.

Später teilte der Verein auf seiner Homepage mit: "Der Spieler Neymar Jr hat bei einem Treffen in den Büros des Klubs und in Begleitung seines Vaters und Agenten seine Entscheidung mitgeteilt, den Verein zu verlassen. Angesichts dieser Bekanntgabe hat der Klub auf die geltende Vertragsauflösungsklausel hingewiesen, die seit dem 1. Juli 222 Millionen Euro beträgt, und dabei betont, dass diese zur Gänze bezahlt werden muss." Neymars Berater Wagner Ribeiro bestätigte am Mittwoch: "PSG wird diese Summe für Neymar bezahlen. Er wird noch in dieser Woche als Neuzugang in Paris präsentiert." 

Neymar steht noch bis 2021 beim FC Barcelona unter Vertrag. Es wäre der teuerste Transfer in der Geschichte des internationalen Fußballs. Bisheriger Spitzenreiter ist weder Neymars argentinischer (Noch-)Teamkollege Messi, noch Real Madrids portugiesischer Mega-Star Cristiano Ronaldo. Auf Rang eins liegt der Franzose Paul Pogba, der vor einem Jahr für 105 Millionen Euro von Juventus Turin zu Manchester United wechselte, gefolgt von Ronaldos walisischem Vereinskollegen Gareth Bale, der 2013 für 94 Millionen von Tottenham Hostpur gekommen war. Manche Quellen berichteten auch von 100 Millionen Euro. Ronaldo war 2009 von Manchester United für 94 Millionen Euro nach Madrid geholt worden. Zahlen, die der Transfers Neymars zum französischen Serienmeister in den Schatten stellen würde.

asz/sn (sid)