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Steinmeier warnt vor "Hassprediger" Trump

4. August 2016

Deutschlands Außenminister drückt sich in aller Regel diplomatisch aus. Den republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Trump rügt Steinmeier aber scharf. Trump sei ein "Hassprediger", so der Bundesaußenminister.

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Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnt vor Trump
Bild: picture-alliance/AP Photo/C. Owen

Er schaue mit großer Sorge auf das "Ungeheuer des Nationalismus", das sich weltweit ausbreite, sagte Frank-Walter Steinmeier bei einem Auftritt in Rostock. "Wenn man sich mal die Populisten, die Rechtspopulisten über die Grenzen hinweg anschaut, ob das die AfD in Deutschland ist, ob das diejenigen sind, die, wie ich finde, in verantwortungsloser Art und Weise die Debatte über den Brexit in Großbritannien ausgerufen haben und jetzt nicht wissen, wie sie mit dem Ergebnis umgehen sollen. Oder ob das die Hassprediger sind, wie Donald Trump im Augenblick in den USA. Was sie alle eint, diese unterschiedlichen Parteien und Personen: Sie spielen mit den Ängsten der Menschen, sie machen mit Angst Politik." Dies - so der Bundesaußenminister - sei ein "Brandsatz für die Gesellschaft", dessen Feuer später womöglich auch Flüchtlingsheime in Brand setzen könne.

Hollande plagt "Gefühl des Brechreizes"

Diese Woche war auch Frankreichs Staatspräsident François Hollande in ungewöhnlich deutlicher Weise auf Distanz zu Trump gegangen. Hollande rügte laut französischen Medienberichten Trumps "Exzesse", die ein "Gefühl des Brechreizes" erzeugten. Hollande bezeichnete Äußerungen Trumps zudem als "verletzend und demütigend". Der französische Sozialist spielte dabei auf die Kritik Trumps an den Eltern eines getöteten US-Soldaten muslimischen Glaubens an. Humayun Khan war 2004 im Irak durch ein Selbstmordattentat ums Leben gekommen.

Es sind nicht nur europäische Spitzenpolitiker wie Hollande und Steinmeier, die ihrem Unmut über Trump mit sehr deutlichen Wort Luft machen. Auch US-Republikaner sind unzufrieden mit ihrem Präsidentschaftskandidaten, der sich zuletzt immer mehr in Streitigkeiten und Widersprüche verstrickt hatte. Mit abfälligen Äußerungen gegenüber den Eltern des gefallenen Soldaten Khan überschritt er in den Augen vieler Kritiker die Grenze des Erträglichen.

USA Republikaner Donald Trump in Ashburn
Donald Trump selbst findet sich großartig, die Zahl seiner Kritiker aber wächst ständig, auch in EuropaBild: picture-alliance/dpa/EPA/Jim Lo Scalzo

Sturz ins Umfrageloch

In Umfragen sackte Trump zuletzt ab. Hillary Clinton, die Kandidatin der Demokraten, führt landesweit mit rund zehn Prozentpunkten Vorsprung, in wichtigen "Swing States", deren Wähler traditionell zwischen Demokraten und Republikanern pendeln, liegt sie ebenfalls vorn.

Inzwischen kursieren neue Gerüchte, die republikanische Partei lasse rechtlich prüfen, ob eine Enthebung Trumps von der Kandidatur auch nach dessen Nominierung auf dem Parteitag möglich sei. Eine Bestätigung dafür gibt es jedoch bislang nicht.

haz/ml (dpa, afp)