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Ökostrom

28. März 2011

Folge der Reaktorkatastrophe in Japan: Run auf Ökostrom in Deutschland. Viele haben die Ereignisse in Japan zum Anlass genommen, jetzt ihren Stromanbieter zu wechseln.

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Blick über blühende Rapsfelder auf Windräder und die kleine Stadt Dardesheim (Landkreis Harz) (Foto: dpa)
Bild: picture alliance / dpa

Derzeit beziehen die meisten Deutschen einen Energiemix, in dem eben auch Atomstrom enthalten ist. Rund zwei Millionen setzen derzeit ausschließlich auf Öko-Energie. Das heißt auf Strom, der aus den Energiequellen Sonne, Wasser, Wind und Biomasse gewonnen wird.

Die Vertragsabschlüsse mit solchen Ökostromlieferanten sind sprunghaft angestiegen. Die Neukunden haben sich nach Informationen der Anbieter seit der Reaktorkatastrophe in Japan teilweise verzehnfacht. Trotz der enorm gestiegenen Nachfrage soll es zu keinem Engpass kommen.

Bundesweit gibt es nur eine handvoll reiner Ökostromanbieter, die unabhängig von den großen Konzernen sind: darunter "Lichtblick", die "Elektrizitätswerke Schönau", "Naturstrom" und "Greenpeace Energy". Doch der Markt ist unübersichtlich. Viele bieten Ökostrom an, doch tatsächlich haben sie beispielsweise nur sogenannte "RECS-Zertifikate" im Ausland gekauft, können so aber eine bestimmte Menge ihres Atomstroms zu Öko machen. Dadurch wird in Deutschland natürlich nicht mehr Ökostrom produziert. Doch genau das ist das Ziel der echten Ökostromanbieter. Sie investieren einen Teil des Gewinnes in den Ausbau regenerativer Energien. Gekennzeichnet sind solche Anbieter durch die Siegel: "OK Power" und "Grüner Strom Label".

Beim Wechsel des Versorgers wird der Strom nach wie vor aus derselben Steckdose fließen. Allerdings wird der neue Öko-Lieferant mehr grünen Strom ins Gesamtnetz speisen. Auf diese Weise bestimmt der Kunde über seinen Händler wie der Strom gewonnen wird: konventionell aus Atomkraft, Braun- und Steinkohle oder aus erneuerbaren Energien.

Autorin: Petra Nicklis (mit dpa, dapd)
Redaktion: Hartmut Lüning