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Tödliche Gefahr: Luftverschmutzung

25. März 2014

Verdreckte Luft macht den Menschen weltweit zu schaffen. Rund sieben Millionen Menschen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation allein im Jahr 2012 an den Folgen von Luftverschmutzung gestorben.

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Smog über der iranischen Stadt Arak (Foto: Fars)
Bild: Fars

Dreckige Luft sei die größte tödliche Gefahrenquelle für die Gesundheit der Menschen, warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer neuen in Genf veröffentlichten Studie. Das Einatmen verschmutzter Luft verursacht laut der Untersuchung Herz- und Atemwegserkrankungen, Krebs und Lungenentzündungen, aber auch Schlaganfälle. Gesundheitsexperten hätten die Risiken und die Zahl der Todesfälle durch Luftverschmutzung lange Zeit unterschätzt, räumt die WHO ein.

Dicke Luft in Asien

Rund sieben Millionen Menschen sind allein im Jahr 2012 weltweit an den Folgen von Luftverschmutzung gestorben, so die Weltgesundheitsorganisation in Genf. Luftverschmutzung im Freien und in Häusern sei mittlerweile "die größte umweltbedingte Gesundheitsgefahr", sagte die Direktorin der WHO-Abteilung für öffentliche Gesundheit und Umwelt, Maria Neira. Insgesamt sei 2012 weltweit jeder achte Todesfall auf verschmutzte Luft zurückzuführen. Die meisten Todesfälle durch Luftverschmutzung gab es demnach in Asien. In China, Japan, Südkorea, Indien, Indonesien und auf den Philippinen seien 2012 insgesamt 5,9 Millionen Todesfälle gezählt worden. Aber auch in den entwickelten Ländern Europas und Nordamerikas verursache verunreinigte Luft Erkrankungen, die mit dem Tod der Patienten enden.

Gefahrenquelle heimischer Herd

Die WHO unterscheidet zwischen verschmutzter Luft innerhalb und außerhalb von Gebäuden. Luftverschmutzung in Häusern wird demnach hauptsächlich durch das Kochen mit Holz oder Kohle verursacht und gefährdet vor allem Frauen und Kinder, die dem Rauch und Qualm an den Feuerstellen ausgesetzt sind. So seien rund 4,3 Millionen der insgesamt sieben Millionen Todesfälle im Jahr 2012 nach WHO-Angaben auf Luftverschmutzung in Häusern zurückzuführen.

Pekings Verbotene Stadt im Smog (Foto: AFP/Getty Images)
Pekings Verbotene Stadt im SmogBild: STR/AFP/Getty Images

Etwa 3,7 Millionen Tote gab es laut WHO durch Luftverschmutzung im Freien. Außerhalb der Gebäude werde die Luft vor allem durch die Industrie, Abfälle, Kohleheizungen und Autoabgase verschmutzt. Weil viele Menschen sowohl drinnen als auch draußen verschmutzter Luft ausgesetzt seien, könnten die Opferzahlen nicht einfach addiert werden, erklärt die WHO.

Direktorin Neira nannte die neuen Zahlen "schockierend und beunruhigend". Bei einer Schätzung im Jahr 2008 war die WHO noch von 1,3 Millionen Toten durch Luftverschmutzung im Freien und 1,9 Millionen Toten durch Luftverschmutzung in Häusern ausgegangen. Wegen einer neuen Untersuchungsmethode seien Vergleiche mit den nun vorgelegten Zahlen jedoch schwierig, sagte Neira. Die Zahlen von 2008 basierten den Angaben zufolge nur auf Daten zur Bevölkerung von Städten. Wegen besserer Satellitentechnik konnten nun auch ländliche Gebiete erfasst werden. Neue medizinische Erkenntnisse hätten außerdem gezeigt, dass die Gesundheitsgefahr viel größer sei als gedacht, vor allem bei Herzerkrankungen und Schlaganfällen.

Die WHO verlangt von den Regierungen, mehr Geld in die Reinhaltung der Luft zu investieren. Langfristig zahle sich das aus. Die Gesundheit der Bevölkerung werde geschont und die Kosten für das Gesundheitswesen könnten reduziert werden.

qu/wa (afp, epd)