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Taliban überfallen Gästehaus in Kabul

27. Mai 2015

Bombenexplosionen haben ein weiteres Mal das Diplomatenviertel in der afghanischen Hauptstadt erschüttert. Die Angreifer lieferten sich stundenlang heftige Feuergefechte mit Polizisten.

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Polizisten riegeln Straßen ab (Foto: rtr)
Bild: Reuters

Vier schwer bewaffnete Täter haben Dienstagabend im Diplomatenviertel der afghanischen Hauptstadt Kabul ein Gästehaus angegriffen. Anwohner berichteten von heftigen Schusswechseln und einer Serie von Explosionen in dem Stadtteil Wazir Akbar Khan, wo neben zahlreichen Botschaften auch internationale Organisationen untergebracht sind.

Hotel Heetal Plaza das Ziel

Ein Regierungsvertreter sagte, Ziel des Angriffs sei das frühere Spitzenhotel Heetal Plaza gewesen, in dem eine Sicherheitsfirma ihre Niederlassung hat. Das Heetal Hotel gehört der Familie von Außenminister Salahuddin Rabbani.

Polizeisprecher Ebadullah Karimi teilte mit, die Angreifer seien eingekesselt worden. Sondereinheiten hätten umliegende Straßen abgeriegelt. Den Terroristen sei es nicht gelungen, das Hotel zu stürmen. Sie hätten sich hinter Bäumen verschanzt. Nach stundenlangen Gefechten mit Sicherheitskräften wurden alle vier Angreifer getötet, wie der stellvertretende Innenminister Mohammad Ayoub Salangi Mittwochfrüh über Twitter mitteilte.

Alle Gäste hätten den Überfall unverletzt überstanden. Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu der Tat.

Sondereinheiten beziehen Position (Foto: rtr)
Sondereinheiten beziehen PositionBild: Reuters

32 Tote bei weiteren Anschlägen

In anderen Teilen des Landes wurden bei Angriffen der Taliban am Dienstag mindestens 32 Menschen getötet.

Den folgenschwersten Anschlag gab es in der südafghanischen Provinz Helmand. Dort griffen die Aufständischen Kontrollstellen der Sicherheitskräfte im Distrikt Nausad an. Die Bilanz: 19 tote Polizisten und sieben tote Soldaten.

Erst vor knapp zwei Wochen hatten Taliban-Kämpfer ein bei Ausländern beliebtes Gästehaus in Kabul überfallen und Geiseln genommen. 14 Menschen wurden getötet. Seitdem die NATO ihren Kampfeinsatz in Afghanistan zum Jahreswechsel beendet hat, ist die Gewalt am Hindukusch eskaliert.

se/sti (afpe, rtre, ape, dpa)