Tillerson: "Nichts geht ohne Verbündete“

Auch nach seinem Rauswurf stellt sich Rex Tillerson gegen die "America First"-Devise seines Vorgesetzten Donald Trump: In Washington betonte der entlassene Außenminister die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit.

In einer Stellungnahme bedankte sich der wenige Stunden zuvor entlassene Außenminister Rex Tillerson bei seinen Mitarbeitern in aller Welt. "Ich kehre jetzt ins Privatleben zurück", kündigte der 65-Jährige mit zeitweise bebender Stimme an. Er werde noch am Dienstag die Amtsgeschäfte an seinen Stellvertreter John Sullivan übergeben und bis zu seinem endgültigen Ausscheiden Ende März mit seinem designierten Nachfolger bei der Amtsübergabe zusammenarbeiten.

Als eine der größten Errungenschaften seiner wenig mehr als ein Jahr dauernden Amtszeit als US-Chefdiplomat nannte der Republikaner die Fortschritte in der Korea-Politik. In Syrien hätten Waffenruhen, die während seiner Amtszeit durchgesetzt wurden, tausenden Menschen das Leben gerettet.

"Führungsstärke der USA beginnt mit Diplomatie"

Mit Blick auf die Zukunft betonte Tillerson die Notwendigkeit, in der Diplomatie mit Partnern zusammenzuarbeiten. "Die Führungsstärke der USA beginnt mit der Diplomatie", sagte er - und fügte hinzu: "Nichts ist möglich ohne Verbündete und Partner."

Tillerson erklärte, Präsident Donald Trump habe ihn "um Mittag herum" aus der Präsidentenmaschine Air Force One angerufen. Damit bestätigte er, dass Trump zunächst via Twitter und dann vor Journalisten über die Personalie gesprochen hatte, bevor er den Betroffenen selbst informierte.

Trump hatte die Entlassung mit unterschiedlichen politischen Ansichten begründet. Nachfolger Tillersons wird der bisherige CIA-Direktor Mike Pompeo. An die Spitze des Auslandsgeheimdiensts CIA soll mit der bisherigen Vizedirektorin Gina Haspel erstmals eine Frau treten.

hk/rb (dpa, afp, rtr)

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