1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Top-Terrorist gefasst

Wim Abbink2. März 2003

Einer der mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September ist in Pakistan festgenommen worden. Es handelt sich nach Regierungsangaben aus Islamabad um Khalid Scheich Mohammed.

https://p.dw.com/p/3JSp
Khalid Scheich MohammedBild: AP

Informationsminister Scheich Rashid Ahmed bestätigte am Samstag (01.03.2003), dass Mohammed zusammen mit zwei weiteren Verdächtigen in Rawalpindi bei Islamabad gefasst worden sei. Er wurde offensichtlich sofort nach seiner Festnahme den US-Behörden übergeben. Über den Aufenthaltsort des Verdächtigen wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Der gebürtige Kuwaiter Mohammed, der inzwischen die pakistanische Staatsbürgerschaft besitzen soll, gilt als enger Vertrauter von Osama bin Laden und wurde von den US-Ermittlern als möglicher Drahtzieher der Anschläge vom 11. September identifiziert. Mohammed soll unter anderem für die Geldbeschaffung der Attentäter gesorgt haben. Er ist der Onkel von Ramzi Yousef, der als Verantwortlicher des ersten Anschlags auf das World Trade Center 1993 im Januar 1998 zu lebenslanger Einzelhaft verurteilt wurde.

World Trade Center
Ein Tag, der die Welt veränderte: 11. September 2001Bild: AP

Koordinator der El-Kaida-Zellen

Scheich Mohammed steht auf der FBI-Liste der 22 meist gesuchten Terroristen und gilt nach Angaben von Terrorismus-Experten als Nummer drei des El-Kaida-Terrornetzwerks von Osama bin Laden. Er soll die Pläne zahlreicher El-Kaida-Zellen in aller Welt koordiniert haben. Der 37-jährige Mohammed soll Mitte der 1980er Jahre ein College in den USA besucht haben und dann an eine andere Hochschule in den USA gewechselt sein, wo er seinen Abschluss als Ingenieur machte.

Khalif Scheich Mohammed wurde bereits im Januar 1996 in New York angeklagt. Die US-Behörden werfen ihm vor, ein Jahr zuvor auf den Philippinen die Bombardierung amerikanischer Zivilflugzeuge geplant zu haben. Einer der anderen mutmaßlichen El-Kaida-Terroristen in US-Gewahrsam, Abu Subaida, soll Scheich Mohammed bei Verhören direkt mit den Terroranschlägen vom 11. September in Verbindung gebracht haben. Die USA setzten 25 Millionen Dollar für seine Ergreifung aus.

Bei einem weiteren Festgenommenen soll es sich um einen Mann nahöstlicher Herkunft handeln, dessen Identität nicht mitgeteilt wurde. Der dritte soll der Pakistaner Abdul Qadoos sein. Ein Sprecher des pakistanischen Innenministeriums sagte, Qadoos habe Verbindungen zu einer terroristischen Organisation und sei in Afghanistan ausgebildet worden. Die religiöse Gruppierung Jamaat-e-Islami erklärte, Qadoos sei eines ihrer Mitglieder. Er habe aber keine Verbindungen zu El Kaida oder anderen Terrororganisationen.

Vermutlich sind hunderte El-Kaida-Mitglieder und die mit ihnen verbündeten Taliban-Kämpfer nach Pakistan geflohen, nachdem die von den USA geführte Allianz die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan von der Macht vertrieben hatten.