UEFA Nations League: So funktioniert sie | Fußball | DW | 23.01.2018

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UEFA Nations League: So funktioniert sie

In Lausanne werden am Mittwoch die Gruppen der Nations League ausgelost. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu dem neuen Wettbewerb der Europäischen Fußball-Union UEFA, über den auch EM-Tickets vergeben werden.

Symbolbild - Vor Auslosung für die neue Nations League (picture-alliance/dpa/KEYSTONE/V. Flauraud)

Wer spielt in der Nations League?

Alle 55 Mitgliedsverbände der UEFA nehmen an dem neuen Wettbewerb teil, der in der Saison 2018/19 seine Premiere feiert und im Zweijahres-Rhythmus ausgetragen wird. Die Teams wurden auf vier Ligen (A, B, C, D) verteilt. Grundlage dafür war die UEFA-Nationenrangliste von Mitte Oktober, in der die Ergebnisse aller Klubs der jeweiligen UEFA-Verbände in den letzten fünf Jahren berücksichtigt werden. Deutschland spielt in Liga A der zwölf besten Teams des Kontinents und ist als Gruppenkopf gesetzt - ebenso wie Portugal, Belgien und Spanien, auf die das DFB-Team somit nicht treffen kann. Mögliche Gegner sind Frankreich, England, die Schweiz, Italien, Polen, Island, Kroatien und die Niederlande. Gespielt wird in Liga A ab September 2018 in vier Gruppen mit je drei Mannschaften. 

Wer gewinnt die Nations League?

Die vier Gruppensieger aus Liga A bestreiten das Finalturnier in einem der Länder, die beteiligt sind. Gespielt werden zwei Halbfinals, das Spiel um Platz drei und das Finale. Der erste Nations-League-Sieger wird beim Final-Four-Turnier vom 5. bis 9. Juni 2019 gekürt.

Gibt es Auf- und Absteiger?

Die Letztplatzierten jeder Gruppe in Liga A steigen für die nächste Runde des Wettbewerbs in Liga B ab. Auch in den Ligen B und C werden die schlechtesten Teams zu Absteigern, während die Gruppensieger der Ligen B, C und D aufsteigen.

Was hat die Nations League mit der EM zu tun?

EM-Pokal und Logo 2020.. Foto: Reuters

Die bisher übliche EM-Qualifikation startet erst nach dem Ende der Nations-League-Gruppenphase. In zehn Gruppen werden 20 EM-Tickets vergeben. Die restlichen vier Teilnehmer werden nach Abschluss der EM-Quali über getrennte Playoffs der vier Nations-Ligen bestimmt. So ist sichergestellt, dass auch Nationen aus den unteren Ligen bei der EM-Endrunde dabei sind. Die Playoffs bestreiten die jeweiligen Gruppensieger - es sei denn, sie haben sich bereits über den bisher üblichen Weg für die Endrunde qualifiziert. In diesem Fall rücken die nächstbesten Teams in die Playoffs ihrer Liga nach. Sollten etwa in Liga A dennoch nur drei der zwölf Teams noch nicht für die EM qualifiziert sein, sprich es fehlt noch ein Teilnehmer für die Playoffs der Liga A, rückt eine Mannschaft aus Liga B für die Entscheidungsspiele nach. Die Playoffs für die EM 2020 sind vom 26. bis 31. März 2020 angesetzt.

Wer hat sich die Nations League eigentlich ausgedacht?

Schweiz Michel Platini und Sepp Blatter (picture-alliance/dpa/W. Bieri)

Ex-UEFA-Chef Platini (l.) und Ex-FIFA-Boss Blatter

Der neue Wettbewerb ist das Erbe des früheren UEFA-Präsidenten Michel Platini. Der Franzose - Ende 2015 im Zuge des FIFA-Korruptionsskandals für acht Jahre gesperrt und anschließend als UEFA-Chef zurückgetreten - wollte mit der Nations League nach eigenen Worten die bisherigen Freundschafts-Länderspiele in Jahren ohne große Turniere aufwerten. Die Nations League sei "ein Wettbewerb, der Ihren Wünschen und Erwartungen gerecht werden wird, denn wir haben Ihre Anregungen und Klagen aus den diversen Zusammenkünften der vergangenen Monate aufgegriffen", sagte Platini vor den Delegierten des UEFA-Kongresses 2014 in Kasachstan, als er den neuen Wettbewerb überraschend ankündigte. Damals wurde gemutmaßt, Platini wolle sich mit seiner Idee als Nachfolger des damaligen FIFA-Chefs Joseph Blatter in Position bringen. Blatter stürzte später gemeinsam mit Platini über die Korruptionsaffäre.

Wie stehen die Verantwortlichen im deutschen Fußball zur Nations League?

Das Echo ist geteilt. "Man hat am Ende das Gefühl, die UEFA muss noch mal Geld erwirtschaften und macht deshalb den Wettbewerb", sagte Oliver Bierhoff, Teammanager der Nationalmannschaft, nachdem die UEFA ihre Pläne bekannt gemacht hatte. DFB-Chef Reinhard Grindel sieht das anders. Die Nations League sei "für viele kleine und mittlere Länder die große Chance, regelmäßig Spielbetrieb zu haben und nicht auf Freundschaftsspiele angewiesen zu sein".

DFB-Präsident Reinhard Grindel (picture-alliance/dpa/G.Kirchner)

DFB-Chef Grindel verteidigt den neuen Wettbewerb

Grindel unterstützt auch Überlegungen der UEFA, die Nations League möglicherweise weltweit zu öffnen und zu einer Mini-WM zu machen. "Durch die Nations League gibt es kein einziges zusätzliches Spiel, und es gibt damit auch keine zusätzliche Belastung für unsere Nationalspieler", sagt der DFB-Präsident: "Es wird an den Terminen, an denen sonst Freundschaftsspiele stattgefunden hätten, ein neuer Wettbewerb ausgetragen." Die Bundesligisten stehen dem neuen Wettbewerb eher skeptisch gegenüber. Schon jetzt sei die Belastung der Spieler durch die vielen Einsätze zu groß, heißt es bei den Vereinen.

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