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US-Präsident Bush auf Asienreise

Daniel Scheschkewitz 14. November 2005

Vier Länder in etwas mehr als einer Woche: US-Präsident George W. Bush besucht Japan, Südkorea, die Volksrepublik China und die Mongolei. Eine Übersicht der wichtigsten Stationen und Themen dieser Reise.

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Erstes Reiseziel: KyotoBild: dpa
Japan - Kyoto - Kiyomizu Tempel
Kyoto: Kiyomizu TempelBild: dpa

Zum Auftakt seiner Reise besucht Bush in Kyoto - der alten Hauptstadt Japans - zusammen mit Ministerpräsident Koizumi den Goldenen Tempel der Stadt. An dem touristischen Besuchsprogramm nimmt auch First Lady Laura Bush teil - bevor sich die Herren zu bilateralen Gesprächen zurückziehen.

1. Station: Japan

Beide Seiten haben eine Reihe von bilateralen und internationalen Themen zu besprechen: vom US-Stützpunkt auf Okinawa über das Nordkorea-Problem bis hin zur UN-Reform. Japan ist das einzige Land, das von den USA bisher bei seinen Bemühungen um Aufnahme in den UN-Sicherheitsrat unterstützt wird.

2. Station: Südkorea

Dossier Nordkorea Atomkraftwerk in Nordkorea
Atomkraftwerk in NordkoreaBild: AP

In Südkorea wird die angestrebte "kernwaffenfreie Zone" auf der koreanischen Halbinsel Gegenstand der Gespräche sein. Vor diesem Hintergrund wird es dann auch darum gehen, wie der im September im Rahmen der Sechs-Parteien-Gespräche angekündigte Verzicht Nordkoreas auf Atomwaffen zu bewerten und zu kontrollieren ist. "Wir wissen nicht so viel über das Uran-Anreicherungsprogramm wie wir gerne wüssten", musste Bushs Sicherheitsberater Stephen Hadley zugeben. "Gebraucht wird ein klares Verfahren zur Stillegung dieser Anlagen in Nordkorea und ein Verifizierungs-Abkommen." Wie sonst soll sonst sichergestellt werden, dass die "ansonsten so undurchsichtige Gesellschaft Nordkoreas" ihre Abrüstungs-Versprechen auch umsetzt?

China Textilindustrie Näherin in Peking
Kleidung made in ChinaBild: AP

Im südkoreanischen Busan wird Bush am Gipfel-Treffen der ASEAN-Staaten 18./19.11.) teilnehmen, wo es unter anderem um Maßnahmen zur Bekämpfung der Vogelgrippe und den Abschluss der Doha-Runde auf dem WTO-Treffen im Dezember in Hongkong gehen wird. Die USA sehen in den ASEAN-Staaten einen wichtigen Verbündeten bei der Durchsetzung des weltweiten Freihandels. "Asien hat gute wirtschaftliche Zuwachsraten und weiß, wie man sich den Freihandel wirtschaftlich zunutze machen kann", erklärt Sicherheitsberater Hadley. "Präsident Bush wird mit den Führern dieser Staaten darüber reden, was man bilateral, regional und global tun kann, um den Freihandel weiter zu fördern."

3. Station: China

In Peking wird Bush mit Präsident Hu Jintao zusammentreffen, dessen Besuch in Washington wegen des Hurrikans "Katrina" abgesagt wurde. In den Gesprächen mit der chinesischen Regierung soll es vor allem um intellektuelle Eigentumsrechte und um die von den USA gewünschte Wechselkurs-Anpassung des Yuhan zu einer frei konvertierbaren Währung gehen.

"Im Sommer hat China den Rahmen dafür hergestellt, aber seit dieser ansatzweisen Neuevaluierung ist nicht mehr viel geschehen", bemängelt Hadley. Im September hatte sich das Handelsbilanz-Defizit der USA auf eine neue Rekord-Marke hochgeschraubt. Es rührt vor allem daher, dass China den US-Markt mit Billigprodukten überschwemmt.

Katholische Kirche in China Mann mit Rosenkranz
Katholiken werden argwöhnisch beäugt - und verfolgtBild: AP

Außerdem will Bush in China einen Gottesdienst besuchen und sich für mehr Religionsfreiheit einsetzen. Die Religionsfreiheit gehört zu den strittigen Themen in den bilateralen Beziehungen. Immer wieder hat Washington die Freiheit von Religion und Gewissen in China als ungenügend kritisiert.

4. Station: Mongolei

In der Mongolei will sich Bush unter anderem für die militärische Unterstützung des Landes im Irak und in Afghanistan bedanken. Es ist das erste Mal, dass ein US-Präsident dieses zentralasiatische Land besucht.