1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Volkswagen setzt auf den E-Faktor

29. September 2016

Der VW-Konzern will seiner Abgaskrise elektrisch davon fahren. Der Autosalon Paris soll die Zeitenwende einläuten. Das dürfte sogar deutschen Grünenpolitikern gefallen, die alle Verbrennungsmotoren abschaffen möchten.

https://p.dw.com/p/2QiV2
Autosalon Paris - Erster Pressetag VW Elektroauto ein Konzeptauto mit rein elektrischem Antrieb
Bild: picture-alliance/dpa/U.Deck

"Das ist die Trendwende, jetzt geht es aufwärts", sagte VW-Markenchef Herbert Diess am Vorabend der Pariser Automesse. Ab 2020 will der VW-Konzern wieder die Führungsrolle in der Branche auf dem Weltmarkt übernehmen.

Volkswagen stellt in Paris ein strombetriebenes Konzeptfahrzeug vor, ein "erschwingliches Massenprodukt mit bis zu 600 Kilometern Reichweite". Bis 2025 will der Zwölf-Marken-Konzern mit mehr als 30 neuen Modellen zwei bis drei Millionen Elektroautos auf die Straße bringen.

Herbert Diess
Volkswagen-Markenvorstand Herbert DiessBild: picture alliance/S. Simon

Andere Hersteller haben ihre Elektrofahrzeuge längst auf den Straßen – mit nach wie vor eher mauen Verkaufserfolgen. Dennoch stehen die klimaschonenden Stromer der Zukunft im Mittelpunkt auch dieser Autoschau, denn die Batterietechnik ermöglicht immer mehr Reichweite bei zugleich sinkenden Kosten. Der Imageschaden für den Diesel durch den VW-Abgasskandal und strengere Gesetzgebung, vor allem auch im smogbelasteten China, sorgen hier zusätzlich für Druck.

Der Newcomer Tesla hat es allen gezeigt

Vor allem aber macht der Erfolg des US-Elektroautopioniers Tesla mit dem für 2017 angekündigten Model 3 die Konkurrenten neidisch. Die meisten Autobauer stellen in Paris irgendein Modell oder eine Studie mit einem "e" im Namen vor. Opel zeigt den neuen Ampera-E;  der französische Rivale Renault präsentiert den Zoe in einer Langstreckenversion. Und Daimler wartet mit Details zur angekündigten Elektroauto-Offensive auf.

Bei der Diesel-Krisenbewältigung hofft Volkswagen-Chef Matthias Müller derweil auf eine zügige Lösung für die rund 85.000 US-Fahrzeuge mit Drei-Liter-Motoren. Nach dem gut 15 Milliarden Dollar teuren Vergleich in den USA über die rund 420.000 Diesel-Autos mit kleineren Motoren verhandelt VW mit den Ämtern EPA und CARB über die VW-Touareg, Porsche Cayenne und Audi A8 mit den großen Dieselmotoren. Einen ersten Plan hatten die US-Umweltbehörden, die den Skandal um die Abgasmanipulation vor einem Jahr aufdeckten, noch zurückgewiesen.

Deutschland Die Grünen Cem Özdemir und Simone Peter
Cem Özdemir und Simone Peter, Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die GrünenBild: picture-alliance/dpa/B. Pedersen

Für die Grünen sind Benzin- und Dieselmotoren ohnehin Auslaufmodelle. Sie wollen die Elektromobilität voranbringen und von 2030 an keine Autos mit Benzin- oder Dieselmotoren mehr neu zulassen. Die Deutsche Presse-Agentur zitiert aus einem Antrag des Bundesvorstands für den anstehenden Grünen-Bundesparteitag im November. Darin heißt es, Autos seien weltweit "eine der größten Bedrohungen für das Klima und für die menschliche Gesundheit". Eine "Verkehrswende" sei auch im Interesse der Automobilindustrie, die nur dann eine Zukunft habe, "wenn sie Fahrzeuge entwickelt, die sauber und leise sind und kein CO2 mehr verursachen."

rb/uh (afp, ap, dpa, rtr)