Digitales Leben

Wie wird man erfolgreicher YouTuber? Tipps gibt es auf den VideoDays in Köln

Gibt es ein Erfolgsrezept für YouTube? Das fragen sich auch viele der 15.000 Fans bei den VideoDays in Köln. Mounira Latrache vom YouTube Space Berlin hat im DW-Interview einige Tipps parat.

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Nachwuchsschmiede YouTube Spaces

Rund 15.000 YouTube-Fans werden auch in diesem Jahr wieder bei den VideoDays in Köln am 19. und 20. August erwartet. Es ist das größte YouTuber-Community-Treffen Europas. Auch ganz neue YouTuber sind dabei, die ihr Handwerk vielleicht gerade im YouTube Space Berlin gelernt haben. Mounira Latrache leitet die Nachwuchsschmiede, die im vergangenen Jahr eröffnet wurde. Bei den VideoDays ist sie natürlich dabei und hat der Deutschen Welle erzählt, wie wichtig es ist, die eigenen Ideen der YouTuber zu fördern.

DW: YouTube Spaces gibt es in neun Ländern, darunter Tokio, New York, Sao Paulo, Toronto oder Mumbai. Was genau ist ein YouTube Space?

YouTube Space Screenshot (c) picture-alliance/dpa/P. Zinken

Im Studio der Nachwuchsschmide YouTube Space

Mounira Latrache: Der YouTube Space ist ein Sprungbrett für angehende YouTuber, damit sie neue Sachen lernen können. Wir bieten Workshops an, zum Beispiel wie man leicht und kostengünstig Videos produzieren kann, aber auch, was generelle Erfolgsfaktoren bei YouTube sind. Wir zeigen ihnen, wie sie eine Strategie für ihren Kanal aufbauen können und unterstützen sie bei der Video-Produktion. Man kann Studio-Sets im Space buchen und dann in diesen Räumen drehen. Produktionsspezialisten helfen den Leuten, einen Raum richtig auszuleuchten oder eine Kamera richtig auszurichten. Der YouTube Space ist aber auch ein Ort, an dem sich YouTuber treffen und vernetzen können.

Leiten Sie in den YouTube Spaces denn die YouTuber auch zum Erfolg an, dass sie lernen, welche Sachen gerade gut ankommen?

Wir versuchen genau das nicht zu machen, sondern die YouTuber zu unterstützen, ihre eigenen Ideen umzusetzen. Wir haben in den letzten Jahren festgestellt, dass genau das das Erfolgsgeheimnis ist. Denn die jungen Leute haben oft die besseren Ideen und wissen, was tatsächlich funktioniert, was ihre eigene Community, ihre Fans und Freunde, wollen. Jeder Kanal hat auch ein anderes Publikum und das muss jeweils anders bedient werden.

Sie sagen also nicht, dass etwa Streiche spielen, also "Prunks, "Challenges" (kurze, lustige Filme auf YouTube, Anmerk. der Redaktion) oder Fragespiele wie "Würdest du eher dies oder jenes tun", gerade besonders "in" sind und dass es gut wäre, was in diese Richtung zu machen?

Nein, das machen wir nicht. Da entstehen ja auch neue Trends, indem sie Sachen ausprobieren, von denen keiner für möglich gehalten hätte, dass die funktionieren. Ein gutes Beispiel ist ja "Unboxing". Wer hätte gedacht, dass es jemals ein Erfolg werden würde, dass man gekaufte Sachen im Video auspackt. Das kann man gar nicht vorhersehen und das ist auch gut so und soll auch so bleiben.

Videodays Köln, Besuccher stehen Schlange Foto: Henning Kaiser/dpa

Schlange stehen für ein Autogramm bei den VideoDays in Köln



Sämtliche Begriffe in der YouTuber-Sprache sind englisch. Kommen da viele Ideen aus den USA? Oder gibt es auch spezifische Sachen von der deutschen YouTuber-Szene?

Das Schöne ist ja, dass es in jedem Land eine eigene Community gibt, die auch sehr länderspezifisch ist. Und Deutschland hat schon eine sehr spezielle Community. Hier ist zum Beispiel alles sehr vernetzt. Das ist nicht in jedem Land so. YouTuber in Deutschland haben feste Verbindungen untereinander, es gibt viele Community-Aktivitäten, die sie zusammen machen, zum Beispiel Touren mit der "Gang". (Red.: YouTuber, die miteinander Videos drehen und sich gegenseitig verlinken.) Aber natürlich kommen einige Trends auch aus anderen Ländern und beeinflussen Deutschland.

Gibt es auch Trends, die von Deutschland ausgehen?

Youtube-Blogger LeFloid bei YouTube Space (c) picture-alliance/dpa/J. Kalaene

YouTube-Star LeFloid diskutiert im Netz auch über Rassismus

Ja, zum Beispiel LeFloid mit seinem News-Format. Er hat tatsächlich sehr viele neue Kanäle beeinflusst, die ähnliche Formate ausprobieren, weil er eine ganz andere Art hat, über Nachrichten zu sprechen. Am Anfang haben die Leute gesagt, das funktioniert nicht, das ist ja gar nicht richtig journalistisch fundiert. Aber er trifft damit tatsächlich eine Zielgruppe. Seine Idee ist ja: "Ich sag euch, was mich stört und danach will ich mit euch diskutieren, und ihr sagt mir dann, was ihr nicht gut findet". Das ist ein Format, dass sich viele abgeguckt haben. Er greift dann auch die Kommentare der Community auf und baut sie wieder in sein nächstes Video ein, so dass man sich ständig gegenseitig inspiriert.

Wenn Sie bei YouTube Space die jungen Leute an YouTube heranführen, haben sie da auch eine Fürsorgepflicht? Man wird ja nicht immer nur positiv mit einem "like" bewertet. Da gibt es ja auch heftige Kritiken in den Kommentaren.

Das stimmt schon, die Community ist da sehr ehrlich und teilweise kann einen das auch hart treffen. Das diskutieren wir auch mit den YouTubern immer wieder. Das ist eine harte Schule, durch die sie teilweise gehen müssen. Wir machen auch seit vielen Jahren eine Anti-Mobbing-Kampagne und sagen: Seid respektvoll, auch online ist Mobbing nicht ok.

Man kann natürlich die Kommentare von seinem Kanal löschen. Aber wir sehen, dass die YouTuber da sehr offen mit umgehen. Sie sagen eigentlich: "Ich möchte, dass alles stehen bleibt", und oft fängt die eigene Community das auf. Die Fans sagen dann zu solchen Hate-Komentaren: "Was willst du hier eigentlich?" Das unterstützt ja auch unsere Kampagne: Wenn wir alle sagen, das ist nicht in Ordnung, dann trauen sich die Leute auch nicht mehr, das zu machen. Diese Dynamik zeigt, dass man gegen Mobbing etwas tun kann.

Auf der anderen Seite arbeiten wir auch mit Schulen zusammen. Wir machen dort Workshops, um die Medienkompetenz zu schulen. Eltern und Lehrer sollten mit Jugendlichen offen darüber sprechen, wie man mit Mobbing umgeht oder was es bedeutet, wenn ich online Beleidigendes sage. Das ist wichtig, damit die Schüler ein Bewusstsein dafür bekommen, was es für eine Tragweite hat, wenn ich jemanden öffentlich beleidige. Ich denke, eine offene Diskussion über dieses Thema ist das Wichtigste.

Das Interview führte Gaby Reucher.

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