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Wolfsburg patzt, Bayern ist Meister

Andreas Sten-Ziemons (mit sid, dpa)26. April 2015

Da Verfolger VfL Wolfsburg in Mönchengladbach verliert, wird Bayern München auf dem Sofa zum 25. Mal Deutscher Meister. Im Abstiegskampf verpasst Paderborn gegen Werder Bremen einen wichtigen Dreier.

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Fußball Bundesliga Mönchengladbach vs Wolfsburg
Bild: Getty Images/Bongarts/M. Hangst

Der FC Bayern München ist zum 25. Mal in seiner Vereinsgeschichte Deutscher Meister. Nachdem der Titelverteidiger am Samstag mit 1:0 (0:0) gegen Hertha BSC gewonnen hatte, konnten sich die Münchener am Sonntag in aller Ruhe anschauen, was der VfL Wolfsburg, der einzige Verfolger, der noch theoretische Chancen hatte, die Bayern zu stoppen, in Mönchengladbach machte. Doch da die "Wölfe" bei Borussia Mönchengladbach durch ein spätes Tor von Max Kruse (90. Minute) mit 0:1 (0:0) verlor, stand die Titelverteidigung am Ende des 30. Spieltags der Bundesliga fest.

"Den Titel zu verteidigen, das ist schon etwas Großartiges", sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge. Mannschaft und Trainer hätten es "fantastisch gemacht im Jahr eins nach einer Weltmeisterschaft, wo viele Spieler von uns auf dem Platz standen". Ehrenpräsident Franz Beckenbauer wählte im TV-Sender Sky einen liebevollen Vergleich: "Den 25. Titel kann man mit einer Silbernen Hochzeit vergleichen." Sportvorstand Matthias Sammer oder auch der verletzte David Alaba hatten es am Sonntagabend vorgezogen, lieber den Basketballern des FC Bayern im Bundesliga-Topspiel gegen Alba Berlin zuzuschauen. "Eine Meisterschaft ist nie etwas Normales", sagte Sammer danach: "Aber man will mehr", kündigte der Erfolgsbesessene sofort an.

Mönchengladbach aktiver

Vor gut 52.000 Zuschauern im Borussia-Park war den Mannschaften der gegenseitige Respekt deutlich anzumerken. Auf beiden Seiten fehlte der Mut zum letzten Risiko, die Vermeidung von Fehlern stand deutlich im Vordergrund. So entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein Spiel mit vielen Zweikämpfen im Mittelfeld, große Chancen blieben aus. Bei den Gladbachern musste Trainer Lucien Favre neben dem verletzten Abwehrchef Martin Stranzl auch kurzfristig Außenverteidiger Tony Jantschke ersetzen. Bei den Gästen stand Topstar Kevin De Bruyne nach überstandener Mittelfußprellung in der Startformation. Weltmeister André Schürrle und Flügelspieler Vieirinha, die beim Europa-League-Aus in Neapel ebenfalls gefehlt hatten, saßen zumindest auf der Bank.

Mönchengladbach war in der Anfangsphase noch die aktivere Mannschaft. Bei einem Schuss seines Schweizer Nationalmannschaftskollegen Granit Xhaka hatte VfL-Schlussmann Diego Benaglio aber keine Mühe (12.). Glück hatte Benaglio, dass Patrick Herrmann nach einem Querpass von Max Kruse zu spät reagierte (21.). Der Torhüter war zuvor etwas weggerutscht, er war aber nicht der einzige Spieler, der Probleme mit der Standfestigkeit hatte. Wolfsburg verstärkte seine Offensivbemühungen erst nach rund einer halben Stunde. Torgefahr strahlten die Gäste aber nur bei Distanzschüssen von de Bruyne (38.) und Ricardo Rodriguez (45.) aus.

Nach dem Wechsel erhöhte Gladbach den Druck. Nach Flanke von Kruse scheiterte Herrmann mit einer Direktabnahme an Benaglio (50.), zwei Minuten später verzog Oscar Wendt nur knapp, auch Kruse fehlte nicht viel zur Führung (62.). Von den Wolfsburgern war in dieser Phase in der Offensive überhaupt nichts mehr zu sehen. Ihnen merkte man deutlich an, dass sie mit dem 0:0 zufrieden waren und kein Interesse daran hatten, die Meisterschaft der Bayern um eine weitere Woche zu verschieben. Dennoch kam der Siegtreffer von Kruse aus dem Nichts. Durch Kruses Tor steht die Borussia nach dem 30. Spieltag wieder vor Bayer Leverkusen auf Rang drei, auf dem sie sich direkt für die Champions League qualifizieren würde. Wolfsburg hat nun als Zweiter nur noch vier Zähler Vorsprung auf die Gladbacher.

Paderborn macht den Sack nicht zu

Im ersten Sonntagsspiel hat es der SC Paderborn 07 trotz einer 2:0-Führung nicht geschafft, gegen den SV Werder Bremen zu gewinnen. Am Ende einer abwechslungs- und chancenreichen Partie musste sich der Aufsteiger mit einem 2:2 (2:1) begnügen. Immerhin konnte das Team von Trainer André Breitenreiter am 30. Spieltag den erstmaligen Absturz auf den letzten Tabellenplatz vermeiden. Mario Vrancic (25. Minute) und Moritz Stoppelkamp (27.) erzielten vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Benteler-Arena die Tore für Paderborn. Werder kam durch Davie Selke (45.) und den Premierentreffer des kurz zuvor eingewechselten Izet Hajrovic (76.) noch zu einem schmeichelhaften Punktgewinn. Paderborns Michael Heinloth sah nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte (78.). Paderborn ist nach dem 30. Spieltag 17. der Tabelle und hat einen Zähler Rückstand auf Rang 15. Werder ist mit 39 Punkten Neunter und hält Kontakt zu den Europa-League-Rängen.

Nachdem zunächst die Gäste aus Bremen mehr vom Spiel hatten, gelang den Paderbornern überraschend ein Doppelschlag. Vrancic traf mit einem sehenswerten Volleyschuss nach einer Ecke, nur 90 Sekunden später erzielte Stoppelkamp mit einem Kopfball aus kurzer Distanz das 2:0. Werder brauchte anschließend einige Minuten, um wieder ins Spiel zu finden, doch kurz vor der Pause fiel der Anschlusstreffer. Selke kam ungehindert aus kurzer Distanz zum Kopfball und ließ sich diese Chance nicht nehmen.

Tor Mario Vrancic für Paderborn gegen Bremen (Foto: Thomas Starke/Bongarts/Getty Images)
Fulminanter Beginn: Mario Vrancic feuert den ball unhaltbar für Casteels zum 1:0 in die MaschenBild: Getty Images/Bongarts/T. Starke

Direkt nach Wiederanpfiff hatten die Paderborner gleich mehrere gute Chancen, die Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden. Die beste Gelegenheit vergab Rafa Lopez, der Werder-Keeper Koen Casteels per Kopfball prüfte (46.). Werder war hinten eingeschnürt und hatte Glück, dass Schiedsrichter Florian Meyer bei einem Schubser von Alejandro Galvez gegen Srjdan Lakic keinen Elfmeter pfiff (61.). SCP-Kapitän Hünemeier vergab eine weitere große Chance per Kopfball (69.). Das rächte sich schließlich. Wenige Sekunden nach seiner Einwechslung traf Hajrovic mit einem schönen Direktschuss von der Strafraumgrenze zum 2:2-Endstand.

Remis im Rhein-Derby

Am Samstag trennte sich der 1. FC Köln im Rhein-Derby 1:1 (0:0) von Bayer 04 Leverkusen. Hannover 96 unterlag 1899 Hoffenheim mit 1:2 (1:1). Der Hamburger SV besiegte den FC Augsburg 3:2 (2:1). Der VfB Stuttgart kam gegen den SC Freiburg nicht über ein 2:2 (2:0) hinaus und Borussia Dortmund setzte sich mit 2:0 (2:0) gegen Eintracht Frankfurt durch. Am Freitag bezwang der FSV Mainz 05 den FC Schalke 04 mit 2:0 (2:0).

Eine ausführliche Zusammenfassung der Samstagspartien finden Sie hier.

Und hier gibt es den Liveticker der Sonntagsspiele zum Nachlesen: