Erste Schritte in Deutschland

Zehn Begriffe zu Essen und Trinken

Essen hält Leib und Seele zusammen! Die Deutschen wissen das: Sie essen gerne und gut – und können auf eine riesige Auswahl zugreifen. Zehn Begriffe zu Essen und Trinken, die man in Deutschland kennen sollte.

Rotwein Einschank mit Essen (Foto: © Nick Freund )

1. Alkohol
Alkohol ist in Deutschland legal. Biergärten und Weinfeste belegen: Der Konsum ist kulturell eingebettet und speziell unter Erwachsenen bei geselligen Anlässen weit verbreitet. Entsprechend hoch ist der Verbrauch – auch wenn er seit einigen Jahren leicht sinkt. Der klassische Ort für den Alkoholkonsum ist die Kneipe. Aber: Nicht jeder kann mit dieser Droge verantwortlich umgehen: Pro Jahr müssen über 100.000 Menschen wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden. 1,3 Millionen Deutsche gelten als alkoholabhängig. Rund 74.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen ihres Alkoholmissbrauchs. Und natürlich: Die Teilnahme am Verkehr – am Steuer eines Autos oder auch auf dem Fahrrad – ist unter Alkoholeinfluss verboten.

Ein bärtiger Bayer trinkt eine Maß Bier (Foto: Foto: Christian Knabe dpa/lby)

Seit 500 Jahren gilt für Bier das Reinheitsgebot.

2. Bier
Beliebtestes alkoholisches Getränk der Deutschen. Statistisch trinkt jeder Deutsche pro Jahr über 100 Liter. Es gibt eine Fülle regionaler Bierspezialitäten - und rund 1300 Brauereien stellen sicher, dass Durst auf Bier überall in Deutschland gestillt werden kann. Besonders stolz sind die Deutschen auf das sogenannte "Reinheitsgebot": Das legt seit 500 Jahren fest: Bier darf ausschließlich aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser hergestellt werden.

3. Brot
Die Deutschen lieben Brot – und essen jedes Jahr im Durchschnitt 82 Kilogramm davon. Das Angebot ist mit knapp 300 Sorten riesengroß. Traditionell wird in Deutschland vor allem gesäuertes Brot gebacken, bei dem Hefe oder Sauerteig eingesetzt wird. Ungesäuertes Fladenbrot ist in den meisten Städten inzwischen aber ebenfalls erhältlich. Morgens lieben die Deutschen Brot in kleiner Form: als frische Brötchen aus der Bäckerei um die Ecke. Die ist allerdings immer seltener ein klassischer Handwerksbetrieb: Knapp die Hälfte der täglich verkauften Backwaren kommt als Tiefkühlware aus Großbäckereien und wird vor Ort nur noch aufgebacken. Die kulinarische Brotkultur wird ergänzt durch eine Fülle an Aufstrichen: Süß oder deftig mit Wurst oder Käse. Vorbereitete Sandwiches - belegte Brote - werden gerne auf Reisen oder zur Arbeit mitgenommen.

Verschiedene Brotsorten (Foto: Hans Wiedl/dpa )

Nur einige von knapp 300 Brotsorten in Deutschland

4. Döner
Des Deutschen liebstes Schnellgericht kommt aus der Türkei: Der Döner Kebab! In Deutschland gehen jede Sekunde knapp 30 Döner über die Theken der gut 16.000 Dönerläden im Land: Fladenbrote gefüllt mit Fleisch vom Grill, mit Zwiebeln, Salat und diversen Saucen. Das Fleisch kann vom Schaf kommen oder vom Rind, manchmal wird auch Geflügel verarbeitet. Schweinefleisch kommt nicht auf den Dönerspieß. Der Döner Kebab begann seinen Siegeszug durch die deutsche Fast-Food Landschaft zu Beginn der 1970er Jahre. Und eigentlich mag ihn jeder.

Ein türkischer Restaurant-Besitzer schneidet in Köln Fleisch von einem Dönerspieß. ( Foto: Oliver Berg dpa/lnw )

Jeder kennt ihn, jeder liebt ihn - zumindest manchmal: Den Döner

5. Grillen
Vielleicht ist es das große Erbe vormoderner Zeit, vielleicht ist es der besondere Geschmack, vielleicht die soziale Komponente – wahrscheinlich alles auf einmal und noch mehr: Sobald das Wetter einigermaßen warm und trocken genug ist, verlassen die Menschen in Deutschland abends und am Wochenende ihre Küchen und scharen sich um glühende Holzkohlenfeuer. Auf denen schmoren zumeist Fleischstücke unterschiedlicher Art, manchmal auch Fisch und seltener Gemüse dem optimalen Garpunkt entgegen. Grillen ist Kult, das zeigt allein ein Blick in die Fachabteilungen zum Beispiel der Baumärkte: Vom einfachsten Kohlebecken bis hin zum hochtechnologischen High-End Grill für Hunderte von Euro reicht das Angebot, nebst allem nur erdenklichen Zubehör. Wer sich spontan fürs Grillen entscheidet, findet zur Not auch an Tankstellen einfache Grillausrüstungen. Gegrillt wird auf Balkons, in Privatgärten und öffentlichen Anlagen. In manchen Parks sind eigens Feuerstellen eingerichtet, manchmal sogar mit einem Dach gegen plötzliche Platzregen oder Gewitter geschützt. Es versteht sich von selbst: Der Platz wird nachher wieder aufgeräumt und der Müll entsorgt. Und wer bei engen Wohnverhältnissen auf dem Balkon grillt, nimmt Rücksicht auf die Nachbarn.

6. Wasser/Leitungswasser
Leitungswasser ist in Deutschland immer als Trinkwasser geeignet – auch wenn es deutliche Unterschiede in der Trinkwasserqualität zwischen den verschiedenen Städten gibt. Leitungswasser als wichtigstes Lebensmittel wird streng überwacht und gilt als sehr sicher. Dennoch kaufen viele Menschen Wasser in Flaschen. In Deutschland wird Wasser oft mit Kohlensäure versetzt angeboten, dann sprudelt es. Wer Wasser in Flaschen ganz natürlich möchte, verlangt nach "stillem" Wasser.

7. Einkaufen
Lebensmittel sind in Deutschland vergleichsweise preisgünstig . Das liegt auch am harten Konkurrenzkampf unter großen Discounterketten wie Aldi, Lidl oder Plus. Während wegen hoher Mieten der Durchschnittsdeutsche jeden dritten Euro fürs Wohnen ausgibt, wendet er nur ungefähr jeden achten Euro für "Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren" auf. Neben den großen Supermärkten werden Lebensmittel auch in Fachgeschäften gehandelt wie etwa Metzgereien, Bäckereien oder Bioläden. Bioläden bieten zu höheren Preisen Lebensmittel an, die zumeist naturbelassen sind und ohne chemische Düngemittel, Unkraut- oder Schädlingsbekämpfungsmittel erzeugt wurden. Auf Wochenmärkten kann man frische Lebensmittel günstig einkaufen, oft direkt aus der Region. Feilschen ist in Deutschland nicht üblich. Die Preise stehen fest; so kann man sie gut vergleichen. In vielen Städten gibt es außerdem von Migranten aus muslimisch geprägten Ländern geführte Lebensmittelläden. Dort kann man oft auch islamischen Vorschriften genügendes Fleisch kaufen.

Symbolbild Halal Supermarkt einkaufen Islam Essen Ernährung (Foto: picture-alliance/dpa/L. Maillard)

Halal einkaufen ist in den meisten deutschen Städten kein Problem

8. Vegetarier
Geschätzte 10% der Menschen in Deutschland ernähren sich fleischlos, Tendenz deutlich steigend. Das hat manchmal religiösen Hintergrund - etwa wenn jemand der Lehre Buddhas folgen will oder hinduistischen Glaubensvorstellungen. Zumeist aber lehnen Vegetarier die Fleischwirtschaft mit ihrer Massentierhaltung ab oder sie führen gesundheitliche Argumente ins Feld. Dazu kommt: Immer mehr Menschen sind sich bewusst, wie sehr die Fleischwirtschaft das Klima und die Umwelt schädigt: Durch den massenhaften Methanausstoß der Rinder oder den Anbau von Futtermitteln wie Soja oder Mais auf riesigen Flächen. Weil inzwischen viele Menschen unterschiedlichen Ernährungsrichtlinien folgen und zusätzlich die Zahl der Allergiker zunimmt, werden bei Einladungen die Gäste oft zuvor gefragt, ob es denn Dinge gebe, die sie nicht essen möchten. Frühzeitiges Fragen erspart peinliche Situationen und Missverständnisse bei Tisch.

9. Wurst
Deutschland ist ein Wurstparadies! Und die meisten Deutschen lieben Wurst. Die Auswahl ist entsprechend riesig: Es gibt geschätzt 1500 verschiedene Sorten. Im Supermarkt werden im Durchschnitt etwa 90 Sorten angeboten. Im statistischen Durchschnitt isst jeder Deutsche im Jahr rund 30 Kilogramm Wurst, etwa die Hälfte des durchschnittlichen Fleischkonsums von 64 Kilogramm. Überwiegend wird für Würste Schweinefleisch verwendet. Man findet aber auch Würste aus Geflügel-, Rind-, oder Lammfleisch. Und auch für Vegetarier gibt es Würste - etwa aus Tofu.

Zahlreiche Wurstsorten liegen in der Auslage einer Fleischerei in Hannover.

Vielfalt ohne Ende: Wurst gibt es sogar ohne Fleisch

10. Fasten
Knapp die Hälfte der rund vier Millionen Muslime in Deutschland folgen den Fastenregeln des Korans während des Ramadans. In der deutschen Öffentlichkeit ist bekannt, dass gläubige Muslime während dieser 30 Tage zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang weder essen noch trinken dürfen. Viele Arbeitgeber versuchen in dieser Zeit, auf Fastende Rücksicht zu nehmen, einen Anspruch darauf gibt es nicht. Gefastet wird auch innerhalb der deutschen Mehrheitsgesellschaft. Die Zeit zwischen Karneval und Ostern zum Beispiel ist eine Fastenzeit aus christlicher Tradition. Viele Menschen verzichten in diesen 40 Tagen auf etwas: Das kann Fleisch auf dem Teller sein oder Alkohol im Glas. Andere schalten in dieser Zeit den Fernseher nicht ein oder fahren mit dem Fahrrad statt dem Auto zur Arbeit. Gefastet wird auch für die Gesundheit – in den unterschiedlichsten Formen. Manchmal wird dabei über Wochen keine feste Nahrung gegessen.

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