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Wieder Jugendliche in Indien vergewaltigt

5. Mai 2018

Indien hat ein großes Problem mit sexuellen Gewalttaten. Die Vergewaltigung und der Mord an einer 16-Jährigen ist der jüngste von zahlreichen Fällen. 2016 wurden 40.000 Vorfälle gemeldet.

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Protest gegen sexuelle Gewalt in Indien
Tausende Vergewaltigungen, aber auch zahlreiche Proteste - im April in Neu DheliBild: picture alliance/dpa/O. Anand

Zwei Männer haben im Osten Indiens ein 16-jähriges Mädchen vergewaltigt und später bei lebendigem Leib verbrannt. Die Täter entführten die Jugendliche am Donnerstag aus ihrem Haus und missbrauchten sie in einem Waldgebiet, wie die Polizei im Bundesstaat Jhakrhand mitteilte. Die Familie des Opfers habe die Tat dem Dorfrat gemeldet, der die beiden am Freitag zu hundert Rumpfbeugen und einer Geldbuße von umgerechnet gut 620 Euro verurteilt habe.

Keine Reue

Aus Wut über die Strafe hätten die Beschuldigten anschließend das Haus der Jugendlichen gestürmt, sagte ein Polizeisprecher. Dort verprügelten sie die Eltern und zündeten die 16-Jährige dann an. Die Täter seien auf der Flucht, eine Sonderkommission befasse sich mit dem Fall, so der Polizist.

Protest gegen sexuelle Gewalt in Indien
Klare Äußerung bei einem Protest nach der Vergwaltigung eines KindesBild: Reuters/R. de Chowdhuri

Paralleljustiz

In Indien verhandeln häufig Lokale Ältestenräte die Streitfälle, um das langwierige und teure Rechtssystem zu umgehen. Obwohl sie keine formelle juristische Funktion haben, üben sie in ländlichen Gebieten großen Einfluss aus.

Todesstrafe als Abschreckung

Ein Fall von vielen

Erst im vorigen Monat war die Gruppenvergewaltigung und Ermordung eines achtjährigen Mädchens  in Jammu bekannt geworden. Landesweit fanden Proteste statt. Die Regierung ordnete daraufhin die Einführung der Todesstrafe für Vergewaltiger von Kindern unter 12 Jahren an.

fab/se (afp, dpae, AP)