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Abflug zum Marathon im All

Fabian Schmidt (mit dpa)15. Dezember 2015

In Baikonur ist ein neues Astronauten- und Kosmonautenteam zur ISS gestartet. Mit an Bord: Timothy Peake. Der erste britische ISS-Astronaut möchte im All einen Rekord aufstellen: Den ersten kosmischen Marathonlauf.

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ISS Astronauten vor dem Start
Abflugbereit in Baikonur: Expedition 46 vor dem Start.Bild: picture-alliance/AP Photo/D. Lovetsky

Im kasachischen Baikonur hat eine Sojus-Rakete mit drei Astronauten und Kosmonauten zur Internationalen Raumstation ISS abgehoben. Einer der drei von der Expedition 46 ist Timothy Peake. Er ist der erste britische Astronaut, der auf der mittlerweile 17-Jahre alten ISS seinen Dienst antreten wird. Sechs Monate soll Peake mit seinen beiden anderen Team-Mitgliedern dort verbringen: Rosskosmos Kosmonaut Juri Malentschenko und Tim Kopra von der NASA.

Peake will unbedingt am London Marathon am 24. April 2016 teilnehmen - ist dann aber noch auf der ISS. Macht nichts, meldet nun die Europäische Weltraumagentur ESA, Peake läuft die 42 Kilometer trotzdem - im Weltall, auf dem Laufband der ISS.

Kosmonaut Alexander Skvortsov auf einem Laufband an Bord der ISS (Foto: NASA)
So wie hier Alexander Skvortsov wird auch Peake auf der ISS laufenBild: NASA

Trimm dich! Im Weltall

Jeder Astronaut muss regelmäßig trainieren, um in der Schwerelosigkeit, die keinen Muskeleinsatz fordert, einigermaßen fit zu bleiben.

Dabei werden die Astronauten mit Hilfe elastischer Gurte auf dem Laufband gehalten - und die scheuern bereits nach einer halben Stunde sehr unangenehm. Peake will trotzdem durchhalten und hat für seinen All-Marathon dreieinhalb bis vier Stunden Zeit eingeplant.

42 Kilometer sind allerdings ein Katzensprung verglichen mit der Distanz, die Peake und seine Teamkollegen jetzt erstmal mit Hilfe der Sojus-Rakete überwinden müssen: Die ISS umrundet unsere Erde nämlich in 400 Kilometern Höhe.

Eie erste Weltraum-Hochzeit

Und wenn Peake seinen Marathon läuft, ist er nicht der einzige Weltall-Rekordhalter im Team der ISS Expedition 46. Auch sein Kollege Juri Malenchenko ist fleißig dabei, Rekorde zu sammeln. Seinen ersten hatte er schon am 10. August 2003 aufgestellt: Mit der ersten Hochzeit im Weltall. Seine Braut war damals allerdings auf der Erde geblieben und wurde aus Texas zugeschaltet.

Und am Ende der jetzigen Mission könnte noch ein Rekord für die längste Weltraumkarriere herausspringen. Denn Malenchenko war schon auf der Raumstation MIR und ist darüber hinaus sowohl mit der Raumfähre Atlantis als auch mit Sojus-Raketen schon viermal auf der ISS gewesen. Insgesamt hat er in der Zeit fünf Weltraumspaziergänge absolviert.