"Absolut gelungen": Das neue Eingangsgebäude der Berliner Museumsinsel

Hereinspaziert - die Berliner Museumsinsel

Baustelle Pergamonmuseum

Seit Herbst 2014 ist der Pergamonsaal mit dem berühmten antiken Fries nicht mehr für das Publikum zugänglich. Bei Baustellenführungen am ersten Mai-Wochenende können Besucher aber einen Blick auf die Umbauten im berühmtesten Museum der Insel erhaschen. Die Bauarbeiten sollen spätestens 2025 beendet sein.

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Antike Pracht

Trotz der laufenden Sanierung zu sehen sind das blaue Ischtar-Tor (Bild), eine Prozessionsstraße aus Babylon, und das berühmte Markttor von Milet. Sie gehören neben dem Pergamonaltar zu den Highlights. Das Pergamonmuseum entstand als letztes der fünf Ausstellungshäuser. Seine imposanten Ausstellungsstücke machen es zum meistbesuchten Museum Berlins.

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Pergamon in 360°

Auf den berühmten Pergamonaltar müssen Berlin-Besucher nicht ganz verzichten. Seit November 2018 wird ein riesiges Panoramabild vom Künstler Yadegar Asisi in einem temporären Ausstellungsgebäude gegenüber dem Bode-Museum präsentiert, das die Stadt Pergamon mitsamt Altar in römischer Zeit um 129 n. Chr. in Szene setzt.

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Monumentales Besucherzentrum am Wasser

Am 12. Juli 2019 wird bereits die neue James-Simon-Galerie von Star-Architekt David Chipperfield eröffnen. Sie ist als zentrales Empfangsgebäude für alle fünf Ausstellungshäuser geplant. Mit seiner an klassische Architekturelemente angelehnten Hülle soll es sich in das Ensemble der Berliner Museumsinsel nahtlos einfügen.

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Alle Service-Angebote in einem Gebäude

In der James-Simon-Galerie wird es einen großen Kassenbereich geben, die Garderobe, ein Café und den Museums-Shop, außerdem Räume für Vorträge und Sonderausstellungen. Ein unterirdischer Gang, die "Archäologische Promenade", soll Besucher zu den fünf Ausstellungshäusern leiten. Benannt ist der Neubau nach James Simon, einem früher sehr bedeutenden Mäzen der Berliner Kunstsammlungen.

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Vortragssaal

Das Auditorium der James-Simon-Galerie bietet Platz für rund 300 Gäste. Architekt Chipperfield hat es unter die Schräge der großen Freitreppe einfügen lassen. Wie bei seinen anderen Bauwerken dominieren die klare Form und das reine Material. Die Akustikdecke im Vortragssaal ist aus dunkelbraunem Walnussholz gearbeitet. Die Wände sind aus Sichtbeton.

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Ein Masterplan für die Museumsinsel

Die James-Simon-Galerie entstand im Zuge eines Masterplans zur Sanierung und Modernisierung der Museumsinsel. Mit dem neuen zentralen Besucherzentrum und der Archäologischen Promenade sollen die einzelnen Museen zu einem gemeinsamen Komplex zusammenwachsen.

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Einzigartige Museumslandschaft

Das Alte Museum ist der Gründungsbau des berühmten Museumskomplexes auf der Spree-Insel. Es wurde 1830 als erstes öffentliches Museum Preußens fertig gestellt. Es folgten das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das Bode-Museum und als letztes, 1930, das Pergamonmuseum. Seit 1999 gehört der gesamte Komplex zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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Das Pantheon in Berlin

Das Alte Museum beherbergt Statuen, Waffen, Gold- und Silberschmuck der Griechen, Etrusker und Römer. Es zeigt nicht nur antike Schätze, sondern erinnert mit seinen Säulen und prachtvollen Sälen auch baulich an die Epoche. Herzstück des Gebäudes ist die Rotunde, die nach dem Vorbild des antiken Pantheons in Rom gestaltet ist.

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Der Star der Museumsinsel

Im Zweiten Weltkrieg wurden die fünf Museen weitgehend zerstört. Besonders schwer traf es das Neue Museum, das lange Zeit Ruine blieb. Erst 2009 war es für Besucher wieder zugänglich. Es präsentiert Exponate der Vor- und Frühgeschichte und des Mittelalters. Berühmt ist vor allem ein Ausstellungsstück: die Büste der ägyptischen Königin Nofretete.

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Ein der Kunst geweihter Tempel

Besonders erhaben wirkt die Alte Nationalgalerie, ein Nachbau griechischer Tempel. Davor das Reiterstandbild vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV., der erste Skizzen für den Bau angefertigt hatte. Das Museum zeigt Gemälde und Skulpturen von der Goethezeit bis zum Realismus. Mit dabei Meisterwerke von Caspar David Friedrich, Claude Monet und Auguste Renoir.

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Neobarock auf der Spreeinsel

Vielfotografiert ist das neobarocke Bode-Museum, das sich einem Wasserschloss gleich auf der Spitze der Museumsinsel erhebt. Es beherbergt unter anderem byzantinische Kunst, Skulpturen und Malerei vom 13. bis 18. Jahrhundert und eine Münzsammlung. Alle Kunstrichtungen eines Zeitraums werden hier vereint gezeigt. Damit folgt das Museum dem Konzept seines Gründers, Wilhelm von Bode.

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UNESCO-Welterbe Museumsinsel

Die Sammlungen vereinen heute 6000 Jahre Menschheitsgeschichte. Das hat der Berliner Museumsinsel 1999 den Rang des UNESCO-Welterbes eingebracht. Ein Bummel über die Museumsinsel lohnt - auch vor der Wiedereröffnung des Pergamonmuseums 2025.

In der neuen James-Simon-Galerie befindet sich künftig der Empfang für die Museumsinsel: Das von Stararchitekt David Chipperfield entworfene Gebäude soll den Besucherservice für die fünf Häuser der Museumsinsel bündeln.

Die Museumsinsel ist ein einmaliges architektonisches Ensemble und zählt zum UNESCO-Welterbe. Auf ihr sind fünf Museen vereint, ein Publikumsmagnet, der jährlich mehr als zwei Millionen Besucher anzieht.

Zugang zur James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel

Eigentlich hatte das Empfangsgebäude, benannt nach dem jüdischen Mäzen James Simon (1851-1932), bereits 2013 fertig werden sollen. Doch wie so oft bei so ambitionierten Projekten gab es Schwierigkeiten in der Bauphase. So mussten Taucher 1200 Pfähle in den schlammigen Boden treiben, um das Fundament zu sichern. Die Kosten für den Ende 2009 begonnenen Bau verdoppelten sich nahezu von 71 Millionen Euro auf 134 Millionen Euro. Bei Berlinern wird das Haus als "teuerste Garderobe der Welt" verspottet.

Eingangsbereich der James-Simon-Galerie

Besucherfreundlich

Nun aber ist die neue Galerie fast fertig, und das wurde an diesem Donnerstag im Beisein des Innenministers Horst Seehofer und der Kulturstaatsministerin Monika Grütters gefeiert. Grütters bezeichnete das Gebäude als "absolut gelungen". Was der Architekt David Chipperfield hier geschaffen habe, sei eine großartige Empfangsgeste für alle Besucher der Kulturerbestätte, so die Ministerin kurz vor der Schlüsselübergabe an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die für die Museumsinsel verantwortlich ist. "Das Haus ist offen, einladend und transparent und verbindet einmal mehr historische Elemente der großen Museumsbauten mit der Ästhetik der Gegenwart".

Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der Schlüsselübergabe mit Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (links) und Architekt David Chipperfield (rechts)

Die James-Simon-Galerie soll vom nächsten Jahr an den Besucherservice für die fünf Häuser der Museumsinsel bündeln. Es gibt einen zentralen Ticketbereich, ein Café, Garderoben und einen Museumsshop.

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sw/pg (dpa, epd)

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02:56 Min.
Euromaxx | 14.01.2019

Touristenmagnet Berliner Museumsinsel