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Achenbach muss Millionen zahlen

20. Januar 2015

Der Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach muss den Aldi-Erben rund 19 Millionen Euro Schadenersatz zahlen. Das hat das Landgericht Düsseldorf entschieden.

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Helge Achenbach Kunstberater Prozess Essen Deutschland
Bild: picture-alliance/Andreas Endermann

Achenbach habe für die Vermittlung von Kunstwerken und Oldtimern an den Aldi-Erben Berthold Albrecht nach eigenem Ermessen Aufschläge auf den Kaufpreis erhoben, zu denen er nicht berechtigt gewesen sei, urteilte das Düsseldorfer Gericht.

Achenbachs Version, wonach es einen mündlich vereinbarten Ermessensspielraum gegeben habe, hielt das Gericht nicht für überzeugend. "Es besteht kein Zweifel daran, dass es diese Absprache nicht gegeben hat", sagte der Richter. Gegen das Urteil ist nach Angaben einer Gerichtssprecherin Berufung am Oberlandesgericht möglich.

Der 62-jährige Achenbach sitzt seit Juni 2014 in Untersuchungshaft. Die Anklage warf ihm vor, den 2012 verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht bei Kunst- und Oldtimergeschäften um insgesamt rund 22,5 Millionen Euro betrogen zu haben.

Ein Millionengeschäft

Achenbach zählt zu den bekanntesten Kunstberatern Deutschlands. Der schwerreiche Berthold Albrecht hatte bis zu seinem Tod 14 Kunstwerke und neun Oldtimer über Achenbach bezogen. Vereinbart war offenbar, dass Achenbach die Werke für Albrecht einkauft und dafür von ihm eine Provision kassiert. Dabei ging es um Ware, um die die Kunstwelt sich geradezu reißt: Gemälde von Picasso, Gerhard Richter, Roy Lichtenstein oder Ernst Ludwig Kirchner – ein Millionengeschäft. Die Summen waren so hoch, dass bei diesen Transaktionen die eine oder andere Million offenbar verschwand, ohne dass es auffiel.

az/ag (dpa, epd)