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Airbus streicht bis zu 3700 Jobs

7. März 2018

Jetzt ist es offiziell: der Flugzeugbauer Airbus plant einen umfangreichen Stellenabbau. Am stärksten trifft es offenbar die deutschen Standorte. Frankreich, Spanien und Großbritannien kommen glimpflicher davon.

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10 Jahre Airbus 380
Bild: Airbus

Beim europäischen Flugzeugbauer Airbus stehen tausende Stellen auf der Kippe: Das Unternehmen erklärte in Toulouse, von sinkenden Produktionsraten seien "maximal 3700 Stellen" in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien betroffen. Um welche Werke es im Einzelnen geht, teilte Airbus nicht mit. Grund sind demnach Probleme bei dem Riesen-Airbus A380 (Artikelbild) und dem Militärtransporter A400M.

Von Seiten der Gewerkschaften hieß es nach dem Treffen der Konzernspitze, es seien keine betriebsbedingten Kündigungen geplant. Insgesamt wären in Deutschland 1925 Beschäftigte betroffen, deren Stellen wegfielen oder verlagert werden sollten, sagte der Chef der französischen Gewerkschaft Force Ouvriere, Jean-Marc Escourrou, der Nachrichtenagentur Reuters. In Spanien wären es 860 Stellen, in Großbritannien 465 und in Frankreich 470.

Virgin will die sechs A380 nicht mehr

Hauptgrund für den Stellenabbau sind die Schwierigkeiten mit dem doppelstöckigen Großraumflugzeug A380, für das die Aufträge in den vergangenen Jahren nur noch tröpfelten. Und gerade erst muss Airbus einen weiteren Rückschlag hinnehmen: Virgin Atlantic, die vom britischen Milliardär Richard Branson gegründete Fluggesellschaft, hat kein Interesse mehr am Superjumbo und strich die vor einigen Jahren vereinbarte Kaufoption für sechs Flieger. Virgin bestätigte am Abend die Stornierung.

Die Fluggesellschaft setzt wie so viele andere Konkurrenten auf etwas kleinere Langstreckenflieger wie den Airbus A350. Diese Maschinen lassen sich flexibler einsetzen. Boeing hat bei seinem Jumbo 747 das gleiche Problem. Immer wieder kochen deshalb Spekulationen hoch, die Hersteller könnten die Riesenflieger ganz einstellen. Erst die kürzliche Bestellung der arabischen Fluggesellschaft Emirates verhinderte das Aus für den A380. Doch fährt Airbus die Produktion von zwölf A380 in diesem Jahr auf acht im nächsten und sechs im Jahr 2020 herunter. Profitabel ist die Produktion damit nicht.

Die Produktion des Riesenfliegers wurde schon gedrosselt

Beim A400M hatte sich Airbus auf einen um mehrere Jahre gedrosselten Auslieferungsplan mit den sieben Erstkunden-Staaten geeinigt. Daher werden 2019 nur noch elf und 2020 nur noch acht A400M gebaut. In diesem Jahr sind es noch 15. Airbus hofft aber noch, dass die Auslastung mit weiteren Bestellungen erhöht werden kann.

Weltweit beschäftigt Airbus nach eigenen Angaben mehr als 136.000 Menschen. In Deutschland arbeiten fast 47.000 Menschen für den Konzern. In Frankreich sind fast 48.000 Beschäftigte direkt für Airbus tätig, und wenn man alle Tochterfirmen und Beteiligungen dazurechnet, sind es sogar 63.000. In Großbritannien hat Airbus 15.000 Beschäftigte, in Spanien 12.700. Darüber hinaus unterhält der Luft- und Raumfahrtkonzern seit rund 15 Jahren das Airbus Engineering Centre in Moskau, wo mehr als 200 Ingenieure arbeiten.

tko/rb (afp, rtr)